Melbourne, 06.08.14 - 11.08.14

24Aug2014

Ich habe meine Meinung über Melbourne komplett geändert. Eine super tolle Stadt mit vielen süßen Cafés, Bars, Second-hand-Läden und und und. Melbourne hat so viel zu bieten. Ich kann trotzdem nicht sagen, ob mir Sydney oder Melbourne besser gefällt. Beide Städte haben was und sind total unterschiedlich. Melbourne ist auf jeden Fall alternativer und das mag ich sehr.

Den ersten Tag dort konnten wir aber leider nicht von unserem Auto weichen, weil die Zentralverriegelung ihren Geist aufgegeben hat und nur noch von innen abzuschließen war. Da ja alles, was wir besitzen in diesem Auto war, mussten wir also wohl oder übel dort drin rumhocken. Die Mechaniker konnten uns erst am nächsten Morgen weiterhelfen. Da es eh wie aus Eimern geregnet hat, war es nicht ganz so tragisch. Am nächsten Tag wurde dann alles repariert und seitdem kann man die Türen per Fernbedienung öffnen und schließen. Den Luxus hätte ich gerne früher gehabt haha.

Danach wurde das Wetter dann besser und wir konnten die Stadt erkunden. Wir waren viel in St. Kilda unterwegs. Dieser Stadtteil hatte uns schon bei unserem letzten Besuch sehr gefallen.  Dieses Mal haben wir sogar die Pinguine am Strand gesehen, die immer nach Sonnenuntergang aus dem Wasser kommen. Auf dem Foto erkennt man das leider nicht ganz so gut.

An einem Tag haben wir die Free Walking Tour gemacht, vom gleichen Veranstalter wie in Sydney. Auch diese hat sich richtig gelohnt, da man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Melbourne kennengelernt hat, wie z.B. den Federation Square, Chinatown, Yarra River, State Library of Victoria, Shopping Malls und und und.  Am coolsten fand ich die  Street Art, es gibt super viele kleine Gassen, die mit Graffiti besprüht sind.

Achja und in Melbourne wurde in diesem Jahr der erste H&M in ganz Australien eröffnet, sowas habe ich noch nicht gesehen. Ein riesiges, altes, schönes Gebäude. Komplett übertrieben haha

Außerdem haben wir endlich mal Melbourne bei Nacht gesehen. Die Hauptstraßen sehen nachts total toll aus, weil alle Bäume in rotem Licht angestrahlt werden. Es gibt auch richtig viele coole Clubs und Bars und es ist einfach immer etwas los.

Ansonsten haben wir uns viel in der Innenstadt rumgetrieben, leckeres Essen ausprobiert, was man zum Teil echt günstig bekommt in Melbourne. Wir waren auch hier wieder viel auf Märkten. Wie ihr merkt, lieben wir Märkte. Aber es ist auch einfach die beste Alternative, um in Australien an günstiges Brot, Gemüse und Obst zu kommen. Vor allem kurz vor Schluss wird immer alles reduziert. Da müssen die Sparfüchse zugreifen.

Also, wie gesagt, Melbourne ist eine tolle Stadt und ich habe die Zeit hier richtig genossen. Auch hier wäre ich lieber im Sommer gewesen, aber man kann nicht alles haben.

Jetzt gehts auf zum nächsten und letzten Stopp: Sydney.

Ihr hört von uns!

Adelaide und die Great Ocean Road, 01.08.14 - 05.08.14

24Aug2014

Über Adelaide kann ich leider gar nicht so viel schreiben. Wie schon gesagt haben wir zuerst unser Auto-Problem gelöst und vier neue Reifen gekauft. Danach waren wir erst mal sehr glücklich und beruhigt. In Adelaide mussten wir uns dann an das Wetter gewöhnen, weil wir ja komplett von der Wüste in den australischen Winter in Süden gefahren sind. Also war es für uns ziemlich kalt. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und wir konnten uns Adelaide bei Sonne angucken. Die Stadt hat mir gut gefallen. Das Zentrum ist übersichtlich, man kann alles Sehenswerte zu Fuß erreichen. Wir waren die beiden Tage, die wir in Adelaide verbracht haben in Museen und Galerien, haben die Innenstadt erkundet und uns auf Märkten die Zeit vertrieben. Adelaide hat auch einen super schönen Strand, den wir uns natürlich auch angeschaut haben. Irgendwie haben wir leider vergessen, Fotos zu machen, sodass ich euch gar nichts von der Stadt zeigen kann.

Deswegen will ich gleich zur Great Ocean Road übergehen. Von Adelaide aus sind es noch knapp 600km bis Allansford, wo die Great Ocean Road beginnt, bzw. aufhört. Offiziell beginnt sie nämlich in Torquay (also von Melbourne aus) aber wir sind die Strecke andersherum gefahren, was im Endeffekt auch keinen Unterschied macht, Die Great Ocean Road ist eine 243 km lange Strecke, die, wie der Name schon sagt, zum größten Teil an der Küste entlang führt. Und diese 243 km kann man einfach nur genießen. Eine Aussichtsplattform jagt die nächste und jede ist einen Stopp wert, da die Aussicht jedes Mal variiert und man wirklich nur staunen kann.

Ich würde sagen, dass diese Strecke eine der schönsten Orte ist, die ich in Australien in dem halben Jahr gesehen habe. Wir haben insgesamt 2 Tage dort verbracht und hatten echt relativ gutes Wetter, vor allem am zweiten Tag. Ich würde allerdings jedem empfehlen, diese Strecke im Sommer zu fahren, weil man dann natürlich die Strände und Wanderwege viel besser erkunden und genießen kann. Wir sind aber froh, dass wir die Tour gemacht haben, weil das zunächst gar nicht zu unserem Plan gehört. Aber unsere Pläne haben sich ja eigentlich sowieso wöchentlich geändert, was eine tolle Erfahrung des Reisens ist. Einfach alles auf einen zukommen lassen, es wird schon klappen.

So, jetzt will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen. Hier die Bilder von unserer Great Ocean Road Tour. Wir haben so unglaublich viele Bilder geschossen und ich habe versucht die schönsten und abwechslungsreichsten auszuwählen, sodass ihr seht, wie vielfältig die Natur auf nur einer so kurzen Strecke ist.

 

Achja, was ich noch erzählen wollte. Wenn man von der Great Ocean Road spricht, denken alle sofort an die 12 Apostles. Wir waren natürlich auch gespannt darauf, sie zu sehen. Das Gute daran, dass gerade Winter ist, war natürlich, dass nicht so viele Leute unterwegs waren. Zum Teil war die Straße wirklich ausgestorben und die Rastplätze und Aussichtsplattformen menschenleer, was uns super gefreut hat. Dann kamen wir zu den 12 Apostles. Ein riesiger Parkplatz voll mit Autos, Campervans und Touribussen. Wir waren echt schockiert, weil wir vorher halt kaum Leute auf der Strecke getroffen haben. Kein Wunder, wenn die sich alle da aufhalten. Wir haben dann auch nur wirklich einen kurzen Stopp dort gemacht, weil es so überfüllt war (vor allem mit Chinesen, die von jedem kleinen noch so uninteressanten Fleck ein Foto schießen mussten). Der Ausblick war toll, aber die anderen Ecken der Great Ocean Road sind mindestens genauso schön. Verstehe den Rummel um die 12 Apostles also nicht so ganz.

Am 05.08. sind wir in Melbourne angekommen. Wir wollten der Stadt dann doch nochmal ne zweite Chance geben, nachdem wir die erste Woche hier ja total im Job-Such-Stress verbracht haben. Wie das ausgegangen ist, erfahrt ihr bald. Tschaui!

Uluru-Kata Tjuta National Park 28.07.14 - 31.07.14

24Aug2014

Ich muss zugeben, dass wir so aufgeregt auf den Ayers Rock waren, dass wir keine Zeit mehr in Alice Springs verbracht haben. Haben nur eine Nacht dort geschlafen und haben uns dann direkt auf den Weg gemacht. Knapp 500 km liegt der "heilige Berg der Aborigines" von Alice entfernt. Pah, das ist doch keine Entfernung. Wir haben dann zum Glück vorm Nationalpark nochmal vorgetankt für $2,20, weil es im Park dann direkt nochmal 30 Cent teurer war (zur Orientierung: an der Ostküste haben wir zum Teil für $1,33 getankt!!!). Diese hohen Spritpreise lohnt es sich aber in Kauf zu nehmen. Auch alles mit eigenem Auto zu erkunden, ist so viel besser, als eine Bustour zu machen. Auf dem Weg zum Nationalpark sieht man schon von weitem einen Berg. Dies ist der am meisten irrtümlich fotografierte Berg, weil alle denken, dass dies schon der Uluru ist, dabei sieht man den Mt Connor. So hat man schon 200 km bevor man überhaupt ankommt, einen spektakulären Ausblick!

Beim Park angekommen, sind wir zunächst zum Ayers Rock Resort gefahren, das noch vor den Eingangstoren des Nationalparks liegt. Dies ist die einzige Möglichkeit, beim Ayers Rock zu übernachten (außer man möchte 80km zurück fahren) und so mussten wir nach langer Zeit mal wieder in Australien fürs übernachten bezahlen. Zum Glück gibt es neben den Fünf-Sterne-Unterkünften auch einen einfachen Campingplatz.

Anschließend haben wir unseren Drei-Tages-Pass gekauft und sind zum Kata Tjuta gefahren, auch "The Olgas" genannt. Kata Tjuta heißt übersetzt "viele Köpfe" und ja, so kann man diesen roten, riesigen Sandsteinberg beschreiben, der wieder 50 km vom Resort entfernt liegt. Auf dem Weg dahin kann man übrigens die ganze Zeit den Ayers Rock vom Auto aus bestaunen! Wirklich wunderschön, unbeschreiblich groß und einfach atemberaubend. Auch die Kata Tjuta sind einen Besuch wert. Hier gibt es viele tolle Wanderwege, von denen wir einige erkundet haben. Man konnte auf einem Weg direkt in eine Schlucht zwischen den "Köpfen" hindurch laufen, was wirklich eine komplett neue Erfahrung war. Dadurch, dass die Wände der beiden Köpfe so schräg sind und unendlich hoch erscheinen, wurde einem total schwindelig beim hindurch laufen.

Ich hoffe, dass die Bilder zumindest ein bisschen was von unseren Eindrücken widerspiegeln können, auch wenn das kaum möglich ist.

  

Nachdem die Olgas erkundet waren, sind wir zum Cultural Centre gefahren, in dem man sich mit Videos, Bildern und Zeichnungen über die Geschichte der Aborigines informieren konnte. Die Geschichten über die Traumzeit finde ich wirklich total spannend, vor allem, weil ich schon mal ein tolles Buch darüber gelesen habe. Deswegen war für den nächsten Tag auch eine Führung, in der über dieses Thema geredet wurde, fest eingeplant.

Was natürlich bei einem Besuch beim Ayers Rock nicht fehlen darf, ist, den Sonnenuntergang anzuschauen. Dafür gibt es in dem Park mehrere Plätze und wir haben uns dafür entschieden, entgegen der Masse, zum Sonnenaufgangs-Platz zu fahren. Von hier aus sieht man die Sonne hinter dem Uluru untergehen, was bedeutet, dass sich die Farben der Sonne und des Himmels ändern und der Berg grau/schwarz wird. Und es war super. Dieses Farbenspiel war unglaublich. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das einer der spektakulärsten Sonnenuntergänge war, die ich bisher gesehen habe (und in Australien habe ich unzählige beobachtet).

Nachdem die Sonne untergegangen war, fuhr die ganze Meute dann zurück zum Resort, da der Park jeden Tag eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang geschlossen wird.

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, da der Sonnenaufgang natürlich auch beobachtet werden musste. Es ging dann wieder zum gleichen Platz (der dieses Mal aber im Gegensatz zum Abend ziemlich überfüllt war), um das Spektakel dieses Mal andersherum zu sehen. Die Sonne ging also hinter uns auf und der Berg änderte seine Farbe von grau zu rot. Auch das war einfach toll anzugucken, wobei ich vom Sonnenuntergang noch mehr beeindruckt war. An dem morgen war es so kalt, dass wir 2 Pullover übereinander anziehen und unsere Decken umhängen mussten. Ihr könnt euch vorstellen, wie schrecklich die Nacht im Auto war. Wir haben so doll gefroren, aber so ist das halt in der Wüste. Zumindest ließ das Wetter uns tagsüber nicht im Stich!

Wir haben dann den kompletten Tag am Uluru verbracht. Jeden Tag um 10 Uhr morgens gibt es eine kostenlose Führung. Wie ich schon geschrieben habe, wurde hier über die Traumzeit, also die Schöpfungsgeschichte der Aborigines. Aus dieser Geschichte gehen aller Glaube und alle Gesetze hervor.  Alles, Wasser, Erde, Berge usw., ist in dieser Zeit entstanden. Zentrale Bedeutung hat hierbei die Regenbogenschlange, die auch oft an den Felswänden gemalt wurde. Außerdem kamen wir an Plätzen vorbei, die früher als Schule oder Küche genutzt wurden

Am coolsten bei dieser Tour war, dass der Guide uns einige mystische Geschichten aus seiner eigenen Erfahrung erzählt hat, z.B. dass er Kontakt mit irgendwelchen mystischen Wesen hatte, da er ursprünglich nicht aus der Gegend kommt und diese, wie bei alle anderen Neuankömmlinge auch, testen wollen, ob er ein gutes Wesen hat. Oder eine andere Geschichte, bei dem ein Besucher des Parks den Weg verlassen hat und auf eine heilige Stätte der Frauen geklettert ist um dort zu meditieren. Da es ihm als Aborigine strengstens verboten ist, dies zu betreten, musste er einen Ranger holen, der den Mann dann dort herunterholte. Einige Tage nach diesem Ereignis hatte der Ranger einen Herzinfarkt, den er aber zum Glück überlebt hat. Könnt euch selber überlegen, wie viel ihr davon glaubt, aber ich finde solche Geschichten immer ziemlich unheimlich.

Außerdem wurden uns frühere Waffen und Arbeitsmittel gezeigt, wir kamen an heiligen Stätten vorbei, an denen striktes Fotoverbot herrschte, und natürlich wurden viele Fragen gestellt. Ziemlich lustig ist, dass der Guide keine Fragen über die Arbeit der Frauen oder ähnliches beantworten konnte, da "men's business is mens' business and women's business is women's business"

Danach haben wir noch einige Wege selber erkundet und uns gefragt, wieso Leute eigentlich auf den Uluru klettern. Erst mal ist der Weg einfach nur super steil und sieht richtig gefährlich aus. Zum anderen stehen überall Schilder, auf denen man gebeten wird, den Berg nicht zu besteigen, da er den Aborigines heilig ist und es ein Zeichen des Respekts ist, dies nicht zu tun. Wir haben das dann natürlich nicht gemacht, obwohl das eigentlich der Plan war. Das war aber, bevor wir die ganzen Geschichten und Traditionen kennengelernt hatten.

Nachmittags haben wir uns dann, nach einem Besuch bei der größten Kamelfarm in Australien (mit einem Babykamel, das ich euch noch unbedingt zeigen wollte, weils so süß ist)

auf den Weg zum Kings Canyon gemacht. Nach ca. 100km Fahrt knallte es auf einmal und das Auto senkte sich ab. Ich habe nur ganz ruhig gesagt "Nicht bremsen, nicht bremsen, das war der Reifen" und Nanni hat super reagiert. Nach ein paar Metern, in denen wir nur ein bisschen rumgeschlittert sind, kamen wir am Rand unversehrt zum Stehen. Hinter uns hielt direkt ein Touri-Bus, aus dem sofort 10 Leute raus gestürmt kamen, um zu sehen, ob es uns gut ging. Außer des Schocks war aber wirklich nichts. Wir hatten unglaubliches Glück, dass uns kein Auto entgegen kam und dass der Bus den Rauch am Reifen rechtzeitig erkannt hatte und schon vorher bremsen konnte. Unser rechter hinterer Reifen ist so doll explodiert, dass ein Teil vom Schutzblech hinten mit abgerissen wurde und die Reifenteile auf der Straße verstreut lagen. Da wir leider keinen Wagenheber hatten, mussten wir ein Loch unter dem Auto graben (der Bus hatte natürlich einen Spaten dabei, warum auch immer), dann haben 8 Leute das Auto angehoben, damit der (eigentlich viel zu hohe) Wagenheber für den Bus darunter passte. Ich hab den unseren kleinen Werkzeugkasten aus dem Auto geholt, worauf die Leiterin der Tour meinte "That's not a tool box, darling" und mit einer 10-mal so großen Kiste zurückkam. Eigentlich wurde uns die ganze Arbeit abgenommen und nach ca. einer 3/4 Stunde war der Reifen gewechselt und unsere Sachen wieder im Auto verstaut. Uns wurde aber geraten, lieber nur 60kmh zu fahren, da der Ersatzreifen nicht gerade der Neuste war. Die Busgruppe war wirklich super lieb und ohne sie wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen. Und alle Leute in dem Bus dachten sich wahrscheinlich "Zum Glück mache ich eine Bustour und bin nicht alleine mit dem Auto unterwegs".

Danach tuckerten wir dann mit 60 über den Highway. Das Beste ist, dass wir die Reifen erst in Darwin haben wechseln lassen, der Typ uns aber anscheinend Scheiße angedreht hat. Zwischen lachen und weinen kamen wir dann nach weiteren 100km an der ersten Tanke an, die zum Glück Reifen da hatten. Wir mussten die Nacht dort bleiben und am nächsten Morgen hatten wir einen neuen Ersatzreifen. Mit einem etwas besseren Gefühl ging es dann die 1200km nach Adelaide (Kings Canyon haben wir unter den Umständen natürlich ausfallen lassen), um dort komplett neue Reifen zu kaufen.

Um es nicht zu spannend zu machen: ja, wir haben auch diese lange Tour überlebt, höhö.

Wir haben 4 tolle neue Reifen gekauft und konnten dann endlich wieder mit gutem Gefühl im Auto sitzen. Weitere Horrorgeschichten aus Adelaide folgen. Kleiner Spaß, uns geht's gut, wir haben immer unsere beiden Schutzengel dabei und ab jetzt sind wir ja wieder in der Zivilisation.

Bis bald!

Litchfield, Kakadu und Nitmiluk Nationalpark, 23.07.14 - 27.07.14

17Aug2014

Wieder in Australien angekommen, haben wir noch ein paar Tage in Darwin verbracht. Unsere Meinung über die Stadt hat sich nicht groß geändert, super schön ist es hier einfach nicht. Dafür haben wir aber eine super coole Bar entdeckt, das Shenannigans, in der wir einige Abende verbracht und ein paar coole Leute kennengelernt haben.

Anschließend ging es dann auf Nationalpark-Tour. Etwas, worauf wir uns schon die ganze Zeit riesig gefreut haben. Zunächst wurde der Litchfield Nationalpark erkundet. Hier gibt es echt ein paar wunderschöne Ecken und das Beste ist, das man in der Trockenzeit dort fast überall baden darf, ohne auf Krokodile zu stoßen. Nur an einem Wasserfall stand ein Warnschild vor Schnappschildkröten und Süßwasserkrokodilen, letztere gibt es übrigens nur in Australien, und in dieses Wasser haben wir uns auch nicht so richtig getraut, obwohl dort wirklich viele Leute schwimmen waren. Aber wir waren lieber vorsichtig, weil man schon von so vielen Krokodilangriffen in Nationalparks gehört hat. Da schwimme ich lieber ein Mal weniger und lebe dafür noch haha.

Ich glaube in diesem Blogeintrag sagen Bilder einfach mehr als Worte, also schauts euch an:

Am nächsten Tag ging es dann in den Kakadu Nationalpark, Australiens größter Nationalpark, auf den wir besonders gespannt waren. Auch hier waren wir beeindruckt von der Landschaft und den atemberaubenden Ausblicken. Außerdem gibt es hier auch Steinmalerei von Aborigines. Die Zeichnungen sind zum Teil 20.000 Jahre alt. Wirklich erstaunlich!

Im gesamten Park ist schwimmen ausdrücklich verboten, da sich überall riesige Salzwasserkrokodile herumtreiben. Gerade in diesem Park sind schon echt viele Menschen von Krokodilen angegriffen worden. Leider war es so unerträglich heiß, dass ein Sprung ins Wasser manchmal echt schön gewesen wäre. Auch hier möchte ich wieder die Bilder für sich sprechen lassen.

Die nächsten Tage haben wir dann noch ein bisschen Zeit in Katherine verbracht, wo wir auch unser erstes Gespräch mit einem Aborigine hatten. Wir standen auf einem Parkplatz vor McDonalds und er fragte uns, ob wir nicht eine Zigarette für ihn hätten. Wir haben ihm dann etwas Tabak gegeben, woraufhin er "more, more" forderte. Da mussten wir schon mal mega lachen. Dann hat er uns noch ständig gefragt, ob wir verheiratet sind, wo wir herkommen, wie lange der Flug nach Deutschland dauert usw. Also er war sehr interessiert und ziemlich lustig, konnte sich leider nur nichts merken, weil er ziemlich doll betrunken war. Und so drehte sich das Gespräch ewig im Kreis. Trotzdem war er wirklich ziemlich nett und wir waren froh, mal mit einem Ureinwohner gesprochen zu haben. In Katherine und Darwin haben wir viele gesehen, die sehr aggressiv und alkoholisiert unterwegs waren und viele schienen auch auf der Straße zu leben. Ziemlich traurig das Ganze.

Katherine ist an sich auch keine wirklich schöne Stadt und es gibt nichts Besonderes zu tun. Aber eine Sache ist ziemlich cool, nämlich gibt es hier eine Thermalquelle, in der wir schwimmen waren. Leider war das Wasser nicht ganz so heiß wie erwartet, nur lauwarm, und es war ziemlich überfüllt.

 Einen anderen Tag sind wir zu den Edith Falls gefahren, die nur ein paar km von Katherine entfernt liegen. Sie gehören zum Nitmiluk Nationalpark. Hier konnte man auf einem Trampelpfad (meeeega anstrengend) zu einem Wasserfall hochlaufen. Oben angekommen wurde man mit einer traumhaften Aussicht und einem ziemlich schönen natürlichen Pool belohnt. Hier lagen wir den ganzen Tag auf den Felsen und haben das perfekte Wetter genossen.

Diese Zeit haben wir wirklich genossen. Das einzig nervige waren die Moskitos und Fliegen. Die Fliegen haben sich ständig ins Gesicht gesetzt und sind an Augen, Mund und Ohren gekrabbelt, richtig penetrant. Wie ihr vielleicht auf den Fotos erkennen könnt, waren wir nach der Zeit in Darwin von Mückenstichen übersäht und das nur weil wir abends in einer Bar saßen. Und alles trotz Mückenspray. Die Mückenstiche entzünden sich hier total schnell und werden richtig groß. Wir sind mehrere Tage fast durchgedreht und haben das Ganze nur mit Fenistil und Tiger Balm überstanden. Ansonsten war es eine perfekte Zeit.

 

Nun geht es weiter nach Alice Springs, was von Katherine aus gute 1200 km sind. Also wieder eine schöne ewig lange Tour durchs Outback.

Bis bald, Freunde!

BALI, 08.07.14 - 22.07.14

04Aug2014

Nur 2,5 Stunden Flug und zack, da waren wir schon auf Bali. Kaum hatten wir den Duty Free Bereich verlassen, da standen auch schon ungelogen 10 Taxifahrer um uns herum und redeten in gebrochenem Englisch auf uns ein. Da ging der Kulturschock schon los. Ich war so müde und überfordert, dass ich einfach nur noch lachen musste. Die Taxifahrer haben sich dann über mich lustig gemacht und im Endeffekt haben alle gelacht. Zumindest sind die Menschen in ihrer aufdringlichen Art noch nett.

Von Darwin aus hatten wir uns ein Zimmer in Kuta gebucht für die erste Nacht, weil wir ja erst so spät angekommen sind und wir uns so ein bisschen Stress ersparen wollten. Denkste. Nachdem wir uns dann einen Taxifahrer rausgepickt hatten, der leider, wie alle anderen auch, die Adresse unseres Hotels nicht kannte, ging die wilde Fahrt los. Der Verkehr ist wirklich genauso verrückt wie in Thailand und wahrscheinlich auch wie überall sonst in Asien. Irgendwie gibt es keine Regeln und auch nur ganz selten Schilder, sodass alles ziemlich chaotisch wirkt. Außerdem wird jede 2 Sekunden gehupt und sich angebrüllt. Als wir dann endlich die Unterkunft gefunden hatten, war leider keiner dort und es gab auch keine Rezeption. Glücklicherweise hatten wir noch nichts bezahlt und deshalb haben wir uns dann vom Taxifahrer ins Zentrum von Kuta fahren lassen. Wir mussten dann also letztendlich doch noch mitten in der Nacht mit unseren fetten Rucksäcken durch die Straßen laufen und nach einer Unterkunft suchen. Währenddessen wurden wir von allen Seiten angesprochen, ob wir ein “Taxi, Taxi?” oder “Transport, brumbrum?” benötigten. Oh man, haha.

Als wir dann endlich ein günstiges und schönes Appartement gefunden hatten, ging es in die Stadt. Schließlich mussten wir um 04:00 Uhr nachts das Fußballspiel Deutschland – Brasilien gucken. Überall liefen schon Leute mit Deutschlandtrikots rum und so war es nicht schwer eine Bar zu finden, in der wir das Spiel mit super vielen anderen Deutschen auf einer Leinwand gucken konnten. Die Bar wird auch von einem Deutschen betrieben und alle Balinesen, die dort gearbeitet haben, haben auch die Deutschen angefeuert. Die Stimmung war super, vor allem bei den vielen Toren, die in dem Spiel gefallen sind.

Danach sind wir nur noch ins Bett gefallen.

Den nächsten Tag haben wir in Kuta am Strand verbracht, waren surfen und haben einfach nur entspannt. Soweit das möglich war, denn an dem Strand liefen unglaublich viele Verkäufer rum, die  Ringe, Sonnenbrillen, Ananas oder Eis verkaufen wollten oder einem eine Massage angeboten haben. Mittags und abends sind wir immer essen gegangen und haben das balinesische Essen ausgetestet, was wirklich richtig gut ist und sooooo günstig. Zum Teil gab es wirklich große Portionen für $1.80 und das in Restaurants. Ihr könnt euch vorstellen, wie wir diese Preise genossen haben, vor allem nach knapp 5 Monaten im teuren Australien.

Am nächsten Morgen wurden wir von einem Shuttle-Bus abgeholt und wurden zu einer Fähre gefahren, die uns nach Gili Trawangan gebracht hat, eine paradiesische Insel. Schon der Ausblick vom Boot aus war einfach traumhaft, das Wasser türkies und der Himmel strahlend blau

Wir haben dort dann einen Bungalow in Strandnähe gefunden (übrigens für nur $7.50 pro Person mit Frühstück) und haben uns in ein Cafe mit Blick auf den Strand gesetzt. Hier gab es Liegen im Sand, die man den ganzen Tag umsonst nutzen konnte, wenn man nur ein Getränk bestellt hat. Richtig gut. Das haben wir natürlich jeden Tag ausgenutzt.

Wir haben uns auch super gefreut, dass auf der Insel keine Autos und Roller erlaubt sind, dafür fuhren hier aber Pferdekutschen rum, die irgendwie noch viel gefährlicher waren als der normale Verkehr.

Abends haben wir uns natürlich immer Cocktails gegönnt und saßen in schönen Bars direkt am Wasser. Um 23:00 Uhr war aber immer Schluss mit lauter Musik, da gerade Ramadan war. Stattdessen konnten wir dem Gebetsgesang lauschen, der gefühlt die ganze Nacht lang durch ging. Noch nerviger war nur das Krähen der Hähne von 5 bis 7 Uhr morgens.

 

Am nächsten Tag haben wir eine Schnorcheltour gemacht, bei der wir dann drei verschiedenen Spots gehalten haben. Natürlich hatten wir die Unterwasserkamera dabei und haben beim ersten Spot im Wasser viele Fotos geschossen. Leider war aber hier das Wasser ein bisschen unklar. Als ich weitere Fotos machen wollte, blinkte immer noch das “busy” Licht an der Kamera und der Bildschirm war schwarz. Auch nach Reset-Versuchen änderte sich daran nichts.

Fazit: Erste Cam liegt im Great Barrier Reef, zweite Cam kaputt. Ich glaube wir sollten es einfach aufgeben.

Außerdem können wir die paar Bilder, die wir gemacht haben nicht hochladen. Die ganze Kamerageschichte war ein totaler Flop haha

 

Die anderen Stopps zum Schnorcheln waren um einiges besser und hier haben wir auch wieder zwei Schildkröten gesehen. Mittags haben wir dann Pause auf Gili Air gemacht, eine andere von den insgesamt drei Gili Islands. Auch hier war es wunderschön und das Cafe sehr gemütlich. Sassen mit den Leuten von unserem Boot zusammen, wobei die lustigsten drei Schweizer waren, die nur Müll geredet und die Kellner immer mit Giovanni angesprochen haben haha.

Wir waren den kompletten Tag unterwegs und hatten ein paar sehr merkwürdige Leute in der Gruppe. Ganz viele Chinesen, die nicht schwimmen konnten und deshalb mit Rettungswesten ins Wasser mussten. Wenn sie dann “geschwommen” sind, haben sie so doll mit den Schwimmflossen herum geplantscht, dass keiner mehr was sehen konnte. Richtig unfähig.

Abends sind wir dann auf den Night Market gegangen, auf dem es super gutes lokales Essen für ganz wenig Geld gab. Hier haben wir dann herausgefunden, dass die Balinesen auch wirklich gute Desserts zubereiten können.

Am dritten Tag auf den Gili Islands lagen wir den Tag über natürlich wieder am Strand und sind abends einmal um die Insel gelaufen, was ca 1,5 Stunden gedauert hat. Es war wirklich erschreckend zu sehen, wie schön und paradiesisch die Hauptstrände der Insel aussehen und wie dreckig und vermüllt einige andere Stellen sind. Insgesamt ist die komplette Insel aber sehr schön. Am Ende der Tour konnten wir dann den Sonnenuntergang in der Sunset Bar beobachten, wunderschön.

Am nächsten Tag ging es dann mittags mit der Fähre zurück und von dort aus nach Ubud, was im Inneren der Insel liegt. Auch hier haben wir wieder ein schönes Zimmer gefunden, was sehr zentral lag. Leider hat es geregnet als wir ankamen und das Wetter war auch für die nächsten Tage nicht optimal angesagt. Den ersten Abend haben wir uns wieder nachts auf den Weg gemacht, um das Finale zu gucken. Wir waren ca 2 Minuten unterwegs und es hat so doll geschüttet, dass wir klitschnass waren. Dafür haben wir dann aber eine coole Bar gefunden, in der wir mit vielen Deutschen und ein paar Argentiniern das Spiel geschaut haben. Natürlich werden wir gerade das Jahr Weltmeister, in dem ich ein Mal nicht in Deutschland bin haha.

 

Der Plan war eigentlich, von Ubud aus zum Mount Batur zu fahren, ein aktiver Vulkan, heraufzuklettern und von oben den Sonnenaufgang zu beobachten. Doch leider war es immer bewölkt oder regnerisch, sodass wir diese Tour auf später verschieben mussten.

Dafür haben wir dann aber einen Kochkurs gemacht, bei dem wir traditionelle balinesische Gerichte gekochte haben, wie z.B. Nasi Goreng, Chicken Satay, Gado Gado und noch vieles mehr. Als Vorspeise gab es eine Suppe und als Nachtisch grüne Pancakes gefüllt mit karamellisierten Kokosflocken. Wir waren begeistert. Zu Beginn des Kurses ging es zunächst auf einen traditionellen riesengroßen Markt, auf dem es hauptsächlich Gewürze, Gemüse und Fleisch zu kaufen gab.

Die Balinesen Kochen allerdings komplett ohne Gewürze, sondern verwenden nur frische Zutaten, beispielsweise Ingwer, Safran, Chili und Knoblauch, sehr viel Knoblauch. Das doofe daran ist, dass Nanni Knoblauch nicht verträgt, aber sie hat die Gerichte natürlich trotzdem gegessen. Hätte sie das mal lieber nicht gemacht.

 

Ein weiteres Highlight von Ubud war der Monkey Forest, in dem die Affen frei herumlaufen und man sie mit Bananen füttern kann. Das haben wir natürlich sofort gemacht und waren total begeistert, weil die Affen an einem hochklettern, sich auf die Schultern setzen und da die Banane essen. Klingt jetzt total einfach, aber in Wirklichkeit haben wir ewig gebraucht, bis die Affen mal wirklich das gemacht haben, was wir wollten. Einmal hingen drei Affen an meinem Oberkörper und haben mir mein Oberteil komplett runtergezogen haha. Ein anderes Mal ist ein Affe an Nannis Rucksack gegangen und hat versucht eine Plastiktüte zu klauen, in der wir ein paar Geschenke hatten. Zum Glück ist ihm die Tüte runtergefallen und wir konnten sie retten. Jedenfalls haben wir Stunden in dieser Anlage verbracht und hatten total viel Spaß. Affen sind so süße und lustige Tiere.

Außerdem haben wir in Ubud natürlich die Stadt erkundet, sind über die Märkte gelaufen, haben viele Restaurants ausgetestet. Aber nach ein paar Tagen hatten wir genug und wollten wieder ans Wasser.

 

Deshalb haben wir für den nächsten Tag einen Shuttle nach Padang Bai gebucht, wo es einen wunderschönen Strand geben sollte. Leider ging es Nanni an dem Tag nicht wirklich gut, ihr kompletter Körper war voller roter Quaddeln und wir haben uns sofort gedacht, dass das bestimmt eine allergische Reaktion vom Knoblauch war. Als wir dann in Padang Bai angekommen sind, war sie richtig schlapp und deshalb haben wir beschlossen, in eine etwas größere Stadt zu fahren, Talumben. Der Weg dorthin war wirklich richtig schön. Wir haben super viele Reisfelder und einen Vulkan gesehen.

Als wir dort dann endlich nachmittags ankamen, ging es Nanni zum Glück etwas besser, aber der Ausschlag war noch da. Außerdem hat sich herausgestellt, dass Tulamben auch nur ein ganz kleines Kaff ist, in dem man gut tauchen kann, aber sonst nichts anderes. Ich habe dann voller Hoffnung für den nächsten Tag einen Tauchgang gebucht, da ich ja meinen Open Water Schein schon in Thailand gemacht hatte. Den Rest des Tages lagen wir dann noch am Wasser, was aber eher nicht so schön war, weil an der Ostküste Balis nur schwarzer Sand und Steine am Strand sind.

Den nächsten Morgen waren wir um 04:00 Uhr wach, weil Nannis Ausschlag am kompletten Körper gejuckt hatte. Ich habe dann natürlich den Tauchgang ausfallen lassen und wir sind mit dem einen Taxi, das es in diesem Dorf gab, so schnell wie möglich nach Kuta gefahren, weil es da die besten Krankenhäuser geben soll. Nach 3,5 Stunden Fahrt waren wir dann im Krankenhaus und mussten nicht mal warten, weil die Ärzte so geschockt von Nannis Haut waren und bestimmt Angst hatten, dass das ansteckend ist. Nach 2 Spritzen und der Sicherheit, dass Leber-, Lungen-, und Blutwerte in Ordnung waren, durften wir dann wieder gehen. Wir haben uns dann dafür entschieden, dass wir die letzten Tage in Kuta verbringen, weil wir in Nähe des Krankenhauses bleiben wollten, falls der Ausschlag sich nicht verbessert.

Zum Glück war aber nach zwei Tagen alles schon viel besser, sodass wir das gute Wetter am Strand genießen konnten. Ich war noch ein paar Mal surfen, was ich übrigens in Deutschland total vermissen werde. Wann immer ihr die Chance habt, probiert es aus. Es macht so einen Spaß!

Außerdem gibt es in Kuta riesige Märkte, die voll von gefälschten Marken sind. Hier gibt es wirklich alles. Ich habe mich erst mal mit Oberteilen von Nike und Vans eingedeckt und ein paar Souvenirs gekauft. Die Verkäufer sind immer super lustig. Jedes Mal, wenn man nur eine Sekunde in ihre Richtung kommt, springen sie auf und rufen “Yes. Ok. Looki looki”. Wir mussten immer so lachen.

Hier ein paar Bilder von Kuta:

 

Einen anderen Tag haben wir uns einen Roller ausgeliehen und sind zum Tanah Lot Tempel gefahren, der ca 40km von Kuta entfernt ist. Trotzdem haben wir für die Strecke 1,5 Stunden gebraucht, weil alles so furchtbar chaotisch ist. Ich hatte zum Teil echt Angst auf der Strecke, aber wir kamen heile am Tempel an. Und die Horrorfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Sowas sieht man nicht alle Tage.

Danach ging es weiter nach Seminyak, leider war der Ort so mies ausgeschildert, dass wir uns natürlich verfahren haben. Als ich schnell wenden wollte, habe ich wohl die falsche Bremse benutzt und wir sind total weggerutscht, der Roller komplett auf uns raufgefallen. Im Endeffekt können wir drüber lachen, weil es so typisch ist, dass uns sowas passiert, aber erst war es echt ein Schock. Zum Glück haben uns ein paar Balinesen geholfen, haben sofort Öl auf Nannis Fuß aufgetragen und ihn wieder eingerenkt. Puuuh. Das einzige, was dann vom Unfall noch zu sehen war, war mein blauer Fleck am Bein, autsch.

Nach diesem Unfall ist uns dann die Lust auf weitere Spritztouren vergangen und wir haben den Roller wieder zurückgebracht haha.

 

Auf jeden Fall können wir sagen, dass Bali auszuschließend ist, auch wenn wir leider nicht ganz so viel gesehen haben, wie wir eigentlich wollten. Das war aber letztendlich auch nicht so schlimm, weil wir das Beste aus unserer Zeit gemacht haben.

Allein schon dieses Gefühl, dass man nicht mehr über jeden Kleinkram nachdenken muss, den man sich kauft. Man kann sich einfach alles leisten. Jeden Tag in Hotels/ Bungalows zu schlafen, in Restaurants zu essen, sich immer eine Cola oder einen Kaffee zu holen, wenn man Lust drauf hat, hat echt gut getan.

Wir hatten einen tollen Urlaub und ich kann nur jedem empfehlen mal nach Bali zu fahren. Ist zwar ein weiter Weg von Deutschland aus, aber es lohnt sich definitiv.

 

Jetzt geht es wieder auszuschließender nach Australien und wir freuen uns auf die letzten fünf Wochen, die uns noch bleiben. Es gibt noch so viel zu erkunden. Wir sind gespannt und halten euch auf dem Laufenden!

Darwin, 05.07.14 – 07.07.14

31Juli2014

Nachdem wir in Mt. Isa (ca 100km von Cloncurry) gefrühstückt und uns noch einmal die Unterwasserkamera gekauft haben, um zumindest auf Bali die Unterwasserwelt festhalten zu können, ging die stundenlange Fahrt richtig los. Sobald wir Mt. Isa verlassen hatten, hatten wir auch sofort kein Handysignal mehr, was auch für die nächsten zwei Tage so bleiben sollte. Zum Glück gab es wieder nur eine Straße, der man geradeaus folgen muss, sodass wir nicht auf das nicht funktionierende Navi angewiesen waren. Wir mussten auf dem Weg feststellen, dass es zum Teil nur alle 300km eine Tankstelle gab, weshalb man immer genau die Tankanzeige achten musste. Wir haben dann lieber öfter mal getankt, um sicher zu gehen, dass wir nicht irgendwo liegen bleiben. Genau so selten wie die Tankstellen waren auch die Toiletten auf dem Weg. Da muss man dann halt man Outback pinkeln haha.

Wie immer war die Fahrt keine Minute langweilig, weil die Aussicht dafür einfach viel zu cool ist.

Das einzig nervige war nur die Hitze im Auto. Aber auch das haben wir überstanden. Nach knapp 900km, die wir am ersten Tag zurückgelegt haben, haben wir dann an einem Platz Halt gemacht, gegessen und dort auch gepennt. Es gab auf diesem Platz wirklich nichts, es war quasi nur eine Haltebucht am Highway, aber da es langsam dunkel wurde und hier auch viele andere Leute in ihren Autos geschlafen haben, war das wohl noch die beste Lösung.

Am nächsten Tag ging es dann weiter auf der ewig langen Straße. Am Rand des Highways haben wir immer häufiger riesige Termitenhügel gesehen, die von irgendwelchen Leuten mit T-Shirts und Mützen bekleidet wurden. Da mussten wir natürlich mal halten und ein paar Fotos schießen.

Nachmittags kamen wir dann in Katherine an, die erste große Stadt auf dem gesamten Weg, und endlich hatten wir wieder ein Handysignal. Da es noch früh war, sind wir dann nach einer kurzen Pause direkt weiter gefahren und sind noch am selben Tag in Darwin angekommen.

 

Unser erster Eindruck von Darwin ist leider nicht der Beste. Viele Plattenbauten, kein Strand zum Schwimmen wegen der Quallen und eine nicht ganz so schöne Lagune. Die Park- und Schlafsituation ist hier auch nicht die Beste. Überall darf man nur zwei Stunden stehen und muss dann auch noch Unmengen an Gebühren zahlen. Nachdem wir die halbe Stadt abgefahren sind, haben wir dann aber doch noch ein Wohngebiet gefunden, das relativ zentral ist und in dem wir die Tage unser Auto umsonst parken konnten.

Viel Zeit blieb aber sowieso nicht, um Darwin zu erkunden, da schon am 08.07. um 22:00 Uhr unser Flieger nach Bali ging.

Wir freuen uns richtig auf diesen Urlaub und lassen danach wieder was von uns hören!

Cloncurry, 13.06.14 – 04.07.14

17Juli2014

Als wir im Auto saßen, konnten wir es immer noch nicht ganz fassen, dass wir tatsächlich so einen gut bezahlten Job gefunden haben und dass unser Timing perfekt zu sein schien. Nun ging es den ganzen Weg nach Townsville wieder zurück, da dies der einzige Weg Richtung Cloncurry ist. Als wir losfuhren, wussten wir genauso wenig über diesen Ort wie ihr alle. Uns wurde nur gesagt, dass es ein ganz kleines Dorf mitten im Outback ist und dass wir nachts auf der Fahrt durchs Outback lieber hinter einem Laster herfahren sollen, damit er die Kängurus und Kühe überfahren kann, die die Straßen kreuzen. Da haben wir beschlossen, dass wir doch lieber in Townsville übernachten und am nächsten Tag im Hellen weiterfahren.

Nachdem die Reifen und das Öl gecheckt waren (was man hier nicht alles so lernt – genius) und ein Benzinkanister vollgetankt wurde, ging es los. Kaum waren wir aus Townsville raus, hatten wir für die nächsten 9 Stunden kein Handysignal mehr. Wir hofften auf gutes Wlan in Cloncurry. Die 700km durchs Outback waren auf jeden Fall eine Erfahrung für sich. Alle fünf Meter lag ein totes Känguru auf der Straße, das schon von Falken umzingelt war. Wir mussten ständig hupen, damit die Falken rechtzeitig wegflogen. Die gesamten 700 km folgte man einer geraden unendlich langen Straße, auf der man sich mit entgegenkommenden Fahrern gegrüßt hat, weil man so froh war, dass man mal wieder Menschen gesehen hat.

Als wir dann gegen späten Nachmittag in Cloncurry ankamen, zeigten unsere Handys wieder Empfang an. Zum Glücke, denn wie sich später herausstellte, hatten wir in unserer Unterkunft kein Wlan.

Das erste, was wir in Cloncurry gesehen haben, war das Gidgee Inn, das vier Sterne Motel, in dem wir die nächsten Wochen arbeiten würden. An der Rezeption wurden wir herzlich von den beiden Inhabern des Motels begrüßt, Katrease und Chimie. Die beiden sind Anfang 30, verheiratet und für die Zeit hier unsere Bosse. Chimie hat uns dann unsere Unterkunft gezeigt, ein Haus ungefähr 500m vom Motel entfernt, in einer kleinen Wohngegend. Hier haben wir Viktoria kennengelernt, eine Schwedin, die mit uns zusammengearbeitet hat. Wir haben uns direkt super verstanden. Die beiden haben uns dann halbwegs vor unserem anderen Mitbewohner “gewarnt”. Wir wohnten nämlich außerdem mit dem Koch, Craig, der auch liebevoll “Grumpy Chef” genannt wurde, zusammen. Craig ist 45 Jahre alt, übergewichtig und krasser Alkoholiker. Er trinkt jeden Abend (ungelogen) eine Flasche Jim Beam mit Cola aus einem Krug mit Strohhalm. Aber davon später mehr, es kommt nämlich noch besser.

An dem Abend durften wir dann aufs Haus im Restaurant vom Gidgee Inn essen gehen. Da es Freitag war, gab es zu jeder Hauptspeise keine normalen Beilagen wie sonst, sondern ein großes Buffet, an dem man sich bedienen konnte. Da haben wir das erste Mal erkannt, was für ein super Koch Craig ist.

Anschließend sind wir einfach nur noch ins Bett gefallen, denn am nächsten Morgen begann schon unser erster Arbeitstag.

Wir mussten jeden Tag um 8:30 Uhr anfangen. Morgens wird immer Housekeeping gemacht. Hier haben wir Khara kennengelernt, quasi unser Chefin fürs Housekeeping.

Als erstes begann unsere Arbeit im Restaurant und der Bar. Das Restaurant wird jeden Morgen durchgesaugt und gewischt. Das Frühstück wird abgeräumt und es wird für den Abend aufgedeckt. Außerdem werden noch die Toiletten sauber gemacht. Diese Aufgaben werden immer auf die vier Leute aufgeteilt, die arbeiten müssen. Anschließend werden die frisch gewaschenen Bettlaken und Handtücher geholt, die in riesigen roten Säcken auf einem großen Wagen gestapelt werden. Der Wagen war so unglaublich schwer und unhandlich, dass man schon immer nach dieser Aufgabe völlig fertig war. Diese Laken werden dann nach Single, Queen und King Größen sortiert und auf einen anderen Wagen gestapelt, den man später fürs Housekeeping von Zimmer zu Zimmer schiebt. Nachdem das erledigt ist, holt man zwei andere Trolleys. Es gibt nämlich beim Housekeeping drei Aufgaben: Betten, Fronts und Badezimmer. Die Betten werden immer zu zweit gemacht. Dazu benötigt man immer 3 Bettlaken. Einer steht am Ende des Bettes und “wirft” dem anderen am Kopf des Bettes die Laken zu. Man musste die Bettlaken immer in einer bestimmten Weise falten und die Laken und Bettdecke unter die Matratze stecken, sodass alles ordentlich aussieht. Wenn Nanni und ich die Betten zusammen gemacht haben, sahen sie am Ende nicht so besonders ordentlich aus haha. Aber hat wohl gereicht. Jedenfalls hat man beim Betten machen immer super geschwitzt, weil es im Laufe des Tages auch immer bis zu 30 Grad waren.

Bei Fronts reinigt man den Raum an sich, also alle Oberflächen, checkt die Kühlschränke und den Bestand an Tee, Kaffe und Cookies, schließt die Fenster und öffnet die Gardinen, bringt den Müll raus usw. Das einzig blöde an dieser Aufgabe ist, dass man die Betten abziehen und die dreckigen Laken wieder in die roten Säcke stopfen muss, die ungefähr nach 5 Zimmern voll sind, sodass man immer nur am rumschleppen ist.

Zu den Badezimmern muss ich wohl nichts weiter erklären, aber das war auf jeden Fall die ekligste Aufgabe, dafür aber die entspannteste.

Das Schlimme am Housekeeping war, dass man nie wusste, wie lange man braucht. An manchen Tagen war das gesamte Motel voll, was bedeutete, dass 40 Räume gereinigt werden mussten. Wenn diese Leute auch noch alle am gleichen Tag ausgecheckt haben. Haben wir manchmal über 5 Stunden benötigt. An anderen Tagen war das Motel nur halb belegt und viele Leute sind über mehrere Tage geblieben, was die Arbeit deutlich erleichtert, da man nicht in jedem Raum die Laken wechseln muss. Nanni und ich hatten unser eigenes Abkommen und haben in diesem Räumen auch die anderen Aufgaben nicht ganz so gründlich erledigt. Warum sollte ich die Klos gründlich putzen, wenn sich am nächsten Tag eh der gleiche Arsch wieder darauf setzt haha. Außerdem haben wir uns jeden Tag mit Cookies belohnt, die während des Arbeitens gemampft wurden.

Je nachdem, wann das Housekeeping dann erledigt war, ging es in unser Haus. Dort haben wir uns auf die Couch im Wohnzimmer gelegt und einfach nur entspannt, denn abends ging es schon wieder ins Restaurant zum kellnern. Wir mussten immer zwischen 18:00 und 18:30 anfangen und meistens bis 21:00-22:00 Uhr arbeiten. Zum Kellnern mussten wir eine schwarze Hose anziehen, was sich schon als erstes Problem erwies. Ich hatte zum Glücke meine Leggins dabei, aber Nanni hatte gar nichts passendes. Deshalb ging es mit Viktoria in die “Stadt” auf Hosensuche. Es gab einen Laden. Dieser Laden war ein Westernshop, der nur Männerlosen führte. Nanni war ernsthaft am überlegen, sich eine zu kaufen, bis wir auf die Idee kamen, einfach eine ihrer Hosen schwarz zu färben. Nachdem wir die Hose zwei Mal gefärbt haben, war sie leider dunkelblau mit lilanen und schwarzen Punkten. Schade. Letztendlich haben wir dann doch noch eine Lösung gefunden, sie hat einfach Strumpfhose und kurze schwarze Jeans getragen.

Das Kellnern hat uns super viel Spaß bereitet. Am Anfang war es ein wenig ungewohnt, weil wir selbst in Deutschland noch nie gekellnert haben und wir keine australischen Drinks kennen. Man musste nicht nur die Bestellung im übelsten Outback Slang verstehen, sondern die Drinks auch noch selber machen. So kam es oft vor, dass wir völlig überfordert vorm Bier-, Wein- und Schnapsregal standen und nicht mal genau wussten, wonach wir gerade eigentlich suchen. Diese Probleme haben sich dann aber echt schnell gelegt. Auch mit dem Computersystem kamen wir schnell zurecht, sodass nach zwei Tagen schon alles relativ routiniert ablief.

Das coolste war das Buffet am Freitag und Samstag weil man die Reste immer mit nach Hause nehmen durfte. Wir haben so viele leckere Sachen probiert und hatten immer für die nächsten Tage genug zu Essen. Baily, der Typ der in der Küche ausgeholfen hat, hat sich immer mega darüber lustig gemacht, wie wir uns auf dieses Essen gestürzt haben haha.

Obwohl wir anfangs sehr nett begrüßt wurden, hatten wir bei allen Leuten (bis auf Viktoria) kein wirklich gutes Gefühl. Jetzt wollen wir euch mal ein paar Beispiele nennen, die dieses Gefühl bestätigt haben.

An unserem zweiten Tag waren Nanni, Khara, Hailey (14jaehrige Praktikantin) und ich im Restaurant. Was bedeutet, dass Khara die einzig eingearbeitete Person an dem Abend war. Hailey hatte auch erst ihren ersten Tag.  Viele Gäste trinken auch oft erst etwas in der Bar, gehen dann ab und zu nach draußen zum Rauchen und setzen sich dann zum Essen ins Restaurant. So war es auch an diesem Abend bei Leuten, die Nanni bedient hat. Da war nicht wussten, wie man die Rechnungen von der Bar auf einen Tisch im Restaurant überträgt, mussten wir Khara fragen, die dies für uns erledigt hat. Oft sind die Gäste auch Gäste im Motel und lassen ihre Rechnung auf ihr Zimmer übertragen, sodass nicht alles per Karten- oder Barzahlung abläuft.

Khara, die jeden Abend auf ihre Dinner Break bestand (warum auch immer man um 21:00 Uhr, kurz vor Schluss, eine Pause machen muss), nahm diese Pause natürlich auch heute, sodass wir drei Mädels alleine waren. Chimey hat dann netterweise noch in der Bar ausgeholfen, weil es ansonsten gar nicht funktioniert hätte.

Am Ende des Abends kam Khara dann auf uns zu und meinte, dass einer der Gäste, die Nanni bedient hatte, ohne zu bezahlen gegangen war. Danach meinte sie jedoch, dass wir Schluss machen können und wir dachten, die Sache hätte sich erledigt. Nix da, eine Stunde später klingelte unser Handy und wir bekamen eine SMS von Chimey, in der er uns mitteilte, dass die offene Rechnung immer noch da war und wir, falls es sich bis morgen nicht geklärt hat, wem diese gehört, wir die $106 zahlen müssten. Danach haben wir natürlich sofort versucht, ihn anzurufen, er ging aber nicht ans Telefon, weshalb wir dann per SMS versucht haben, die Situation zu erklären.  Auf diese SMS konnte er dann natürlich wieder antworten. Richtig unprofessionell, dass er sowas nicht persönlich oder zumindest per Telefon regeln konnte. Mal ganz davon abgesehen, dass das Ganze nicht unser Fehler war und es nicht unsere Schuld ist, wenn man drei Leute, die gerade ihre ersten Tage dort arbeiten, komplett alleine lässt. Wir durften uns dann noch Sätze anhören wie “It's just not good enough” und wir sind fast ausgerastet. Es ging uns nicht mal um das Geld, sondern einfach ums Prinzip.

Am nächsten Tag stand Chimey dann mit einem mega provozierenden Lächeln vor uns und meinte, dass er das Problem für uns gelöst hat. Auf die Frage, wie er das gemacht hat, gab es nur weiteres Lächeln. Wir haben dann noch versucht, ihm zu erklären, dass wir uns unfair behandelt fühlen und dass es nicht unser Fehler war. Außerdem haben wir versucht zu erklären, dass Khara uns geholfen hat, die Rechnungen zusammenzulegen, doch davon wollte er gar nichts hören. Er sagte dann nur so etwas in die Richtung, dass er Khara vertraut und uns nicht und dass wir einfach daraus lernen sollen. Spätestens da war klar, was unser Boss fürn Arschloch war und seitdem wussten wir auch, dass die Antipathie auf Gegenseitig beruhte.

Auf Viktoria war er dann auch noch sauer, weil sie nicht da war, obwohl so viel los war an dem Abend. Man muss dazu sagen, dass er ihr am Morgen gesagt hat, dass sie frei machen kann. Er ist also der Typ Mensch, der die Schuld auf alle anderen schiebt, bloß nicht auf sich selbst. Schrecklich!

Wir sind in den drei Wochen noch ziemlich oft mit ihm aneinander geraten. Manchmal waren es einfach nur Sätze, bei denen man sich dachte, was mit ihm eigentlich falsch gelaufen ist. Zum Beispiel meinte er am Anfang, es sei kein Problem mal die Schichten zu tauschen. Als Nanni und ich ihn gefragt haben, ob wir einen Abend tauschen können, wurden wir direkt total blöd angemacht, wie wir denn auf die Idee kommen würden.

Weil er uns so kacke fand, wurden wir dann auch jeder zwei Mal in die Küche verbannt zum Geschirr abwaschen, was eine richtig schreckliche Arbeit war.

Einen anderen Tag hat er gehört, wie ich etwas zu Nanni auf Deutsch gesagt habe, was wirklich so gut wie nie vorkam, da macht er uns sofort an, dass wir gefälligst englisch reden sollen, wenn wir in Australien sind. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon so die Schnauze voll von ihm, dass ich nur noch “whatever” sagen und mich umdrehen konnte, damit ich ihm nicht die Augen auskratzen muss. Als ich dann weggegangen bin, musste er die Situation dann wieder Viktoria petzen und wollte sich von ihr die Bestätigung holen, dass ich ja total übertreibe. Das Witzigste war, dass nach diesem Gespräch eine Flasche Wein neben meiner Tasche stand, die Chimie Nanni und mir geschenkt hat. Er wollte sich also direkt danach wieder einschleimen. Eigentlich habe ich keine Lust, von solchen Menschen Geschenke anzunehmen, aber um die Situation nicht noch schlimmer zu machen, habe ich den Wein dann mit nach Hause genommen. Und hey, es ist ein Wein umsonst.

Am letzten Abend kam dann auch noch ein ganz netter Spruch von ihm. Wir saßen nämlich nach dem Kellnern noch mit ein paar Leuten in der Bar und haben was getrunken. Da sagt er doch tatsächlich zu mir, dass wir aber nach dem einen Drink bitte gehen sollen, weil es ihn krank macht, wenn seine Angestellten in der Bar sitzen. Wie kann man nur so sein!? Ich habe ihn nur verwirrt angeguckt und mir noch ein Getränk und ein Dessert geholt.

Chimies Frau Katrease ist genau das Gegenteil von ihm. Sie ist viel zu gut für ihn und keiner kann nachvollziehen, wieso die beiden verheiratet sind. Sie ist ein herzensguter Mensch, hat uns Willkommensgeschenke gemacht und man konnte sich super mit ihr unterhalten.

Sie kann außerdem super kochen und backen und hat uns oft etwas mitgegeben. Selbstgemacht Cookies, Sushi, Kohlrouladen undundund. Die beiden wohnen übrigens neben dem Gidgee Inn mit zwei Hunden. Ihre Beziehung scheint auch ein wenig gestört zu sein, da Katrease nur Kaffee trinkt und eine rauchen geht, wenn Chimie nicht da ist, was ich völlig verrückt finde. Wahrscheinlich muss man so etwas vor seinem Mann verheimlichen. Später haben wir herausgefunden, dass Katrease wohl jeden Abend am kiffen ist, was man oft an ihren roten Augen und ihrer gelassenen Art feststellen konnte. Man kann es ihr nicht verübeln, wahrscheinlich würde jeder andere noch stärkere Drogen nehmen, hätte man so einen Ehemann haha.

 

Nun zu Khara. Als wir Khara das erste Mal trafen, dachten wir, sie sei halt ein wenig spießig, aber sonst ganz nett. Dieser Eindruck war falsch. Sie sieht aus wie eine 14jaehrige Katholikin, trägt Schlaghosen,  hat einen gaaaaanz geraden Mittelscheitel und trägt ihre Haare in einem Zopf ganz eng am Kopf, sodass keine Strähne sich bewegen kann. Nicht zu vergessen sind ihre rosa Trinkflasche und ihre Brille, die sie zur Sicherheit an einem Brillenband befestigt hat. Sie sieht aus wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen, ist total schüchtern und unsicher.

Khara ist der langsamste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe. Für jede Aufgabe braucht sie doppelt so viel Zeit wie alle anderen. Einen Tag ist sie ernsthaft in alle Räume noch einmal reingegangen und hat überprüft, ob diese schlecht riechen. In einem Raum stand ich neben ihr, als sie ihre Nase rümpfte, tief einatmete und sagte “a bit stinky”. Dann kam die Raumsprayattacke und ich habe es gerade noch geschafft, das Zimmer zu verlassen, sodass sie nicht sehen konnte, wie doll ich lachen musste. Ein anderes Mal hat sie versucht mit ihrem Trolley an einem anderen Wagen vorbeizulenken und hat dabei alles umgeschmissen und zwei Müllsäcke kaputt gemacht, sodass alles auf dem Boden lag. Nanni und ich haben uns nicht mehr einbekommen.

Außerdem ist sie total unfähig als Boss, weil sie niemandem ihre Meinung sagen kann. Sie hat immer versucht, uns zu erzählen, was wir machen sollen, aber weil es einfach so unlogisch war, haben wir Gegenvorschläge gemacht, woraufhin sie dann immer nur noch “ok” sagen konnte. Jedes Mal wenn wir sie gesehen haben, hatte ich den Drang meine Augen zu verdrehen. Auch wenn im Restaurant mal ein bisschen mehr los war, war sie sofort total überfordert, sodass dann einfach alle anderen ihre Arbeit übernommen haben. Selbst nach einem Jahr als Boss wusste sie z.B. Nicht, bei welchen Gerichten man ein Steak Knife an den Tisch bringen musste, was wir nach zwei Tagen drin hatten.

Das Leben in dem Haus war total super. Wir haben viel mit Viktoria gequatscht und uns am Anfang wirklich super mit ihr verstanden. Direkt am ersten Samstag fand DAS Event in Cloncurry statt “The Show” (sehr originell), zu dem sie uns mitgenommen hat. Quasi ein Jahrmarkt mit ein paar Karussells, Essensständen und einem Getränkestand, an dem es nur Rum gab. Und dafür $15 Eintritt. Das ganze Dorf hat diesem Abend seit langem entgegengefiebert und alle waren total aufgeregt. Wir waren um 23 Uhr im Bett haha. Man muss aber dazu sagen, dass wir schon um 16 Uhr angefangen haben zu trinken und es nachts in Cloncurry immer auf 8 Grad abgekühlt ist, sodass uns immer total kalt war. Bei der Show waren viele junge Leute, fast alles Backpacker, die es ebenfalls zum Arbeiten hier her verschlagen hat. Der Abend war wirklich lustig und wir haben viele Leute kennengelernt. Viktoria kam dann erst am Sonntagabend wieder, aber sie ist nicht so wirklich mit der Sprache rausgerückt und meinte nur, sie war bei einer Afterparty.

Die anderen beiden Samstage waren wir im Leichhardt, der einzige “Club”, der länger als 00:00 geöffnet hat, genauer gesagt bis 02:00. Der Club gehört zu einem Motel und ist eigentlich nur ein Raum mit einer Bar, Billiardtischen und einem Außenbereich zum Rauchen. Trotzdem hatten wir immer eine gute Zeit, weil man fast alle Leute kannte. Zum Teil von der Show, zum anderen aus dem Restaurant vom Gidgee Inn. Viele kannten uns auch mit Namen, weil wir beim Arbeiten Namensschilder tragen mussten. So haben wir uns sofort richtig willkommen gefühlt und ein bisschen heimisch, weil man nach einem Abend schon die Hälfte der Einwohner kannte. Am besten haben wir uns mit George und Frank verstanden, Australier und Engländer, die in Cloncurry in den Minen gearbeitet haben. Die beiden waren auch echt oft im Gidgee essen, sodass man immer jemanden zum Quatschen hatte während der Arbeit.

Jedenfalls hat Viktoria jedes Wochenende irgendwo anders gepennt und es immer noch versucht, vor uns zu verheimlichen. Geht aber nicht, wenn man zusammen wohnt, wir wussten alles haha.

Viktoria kommt aus Schweden, ist aber seit ca. 5 Jahren nur am Reisen und immer nur ein paar Monate im Jahr zu Hause, beziehungsweise in Norwegen, wo sie immer noch mit ihrem Ex-Freund ein Appartement teilt. Und eigentlich ist es auch nicht wirklich ausgesprochen, dass es ihr Exfreund ist, weil sie sich nie wirklich ausgesprochen haben. Dafür verbringt sie aber viele Nächte woanders haha.  Viktoria hatte seit einer Woche mit dem Rauchen aufgehört und uns ihre restlichen Filter und Blättchen geschenkt. Am Samstag, beim Vortrinken vor der Show, hat sie dann spontan wieder angefangen zu rauchen, weil sie es nicht ertragen konnte, uns rauchen zu sehen. Wir waren dann natürlich Schuld, dass sie wieder angefangen hat!

Lustig war auch, dass es wirklich oft vorkam, dass Leute Viktoria gefragt haben, wo sie denn herkomme, weil bei Nanni und mir sähe man ja sofort, dass wir Schwedinnen seien. Sie sieht aber wirklich nicht aus, wie eine typische Schwedin und meinte selber auch, dass wir mehr danach aussehen.

In der letzten Woche mussten wir dann leider feststellen, dass Viktoria ein bisschen egoistisch ist, weil sie oft extra langsam gearbeitet hat, damit sie sich vorm Staubsaugen und Wischen drücken kann, was meiner Meinung nach überhaupt nicht geht. Vor allem, wenn man sich eigentlich gut versteht. Außerdem hatten wir das Gefühl, dass sie ein wenig falsch war. Ihr Lieblingssatz war “I mean, don't get me wrong. Chimie's got a good heart but sometimes I just wanna punch him in the face”. Wir konnten da nur dem letzten Teil zustimmen, weil wir leider während unserer Zeit nicht erkennen konnten, dass er überhaupt ein Herz hat. Sie hat sich bei Chimie halt auch übelst eingeschleimt und immer einen auf best friends gemacht. Mit Khara war es genau das gleiche. Mit uns hat sie immer gelästert und vor denen dann total freundlich getan. Sowas kann ich nicht leiden.

In der letzten Woche kam dann noch Paris dazu. Bevor sie kam, waren natürlich die Spekulationen groß und jeder hat mit einem wasserstoffblonden Püppchen gerechnet Wir wurden positiv überrascht und hatten ein total liebes, cooles Mädchen in unserer Runde. Mit Paris kamen wir so gut zurecht. Sie kommt aus Sydney, hat die letzten zwei Jahre in Port Mcquarie gelebt, studiert Grundschullehramt (was in Australien übrigens vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse geht, super strange) und ist nach Cloncurry gekommen, weil sie am Ende des Jahres ein paar Monate die USA bereist. Paris hat unsere Meinungen über Chimie und Khara schnell geteilt. Wir konnten mit ihr über alles reden und wir waren froh, mal einen komplett ehrlichen Menschen hier zu treffen. Sie hat uns echt gut getan und wir haben das Beste aus der Arbeit gemacht und viel gelacht (hauptsächlich über Khara).

Nicht zu vergessen ist Craig, einer der verrücktesten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe. Er lebt seit 6 Jahren in Cloncurry in diesem Haus und arbeitet auch seitdem in Gidgee. Er ist wirklich ein super Koch, jeder Gast ist begeistert. Wir sind wirklich super mit ihm zu Recht gekommen. Wir haben uns viel unterhalten, vor allem über Fußball, weil er einer der wenigen Australier ist, der die WM verfolgt hat.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass Craig Alkoholiker ist. Er saß immer die komplette Nacht wach und hat TV geguckt, alleine in seinem Zimmer. Ich war echt froh, dass er noch die Katze hatte, mit der er kuscheln konnte. Die Katze hatte Viktoria völlig abgemagert gefunden und sie aufgepäppelt. Sie hat sie Tiny getauft und sich die drei Monate, die sie hier war, um sie gekümmert. Zuerst war Craig total dagegen, doch irgendwann hat er sich mit ihr angefreundet. Für ihn heißt die Katze aber Gerald haha. Er musste dann jeden Tag so gegen 14:00 anfangen zu arbeiten. Zur Arbeit hat er jeden Tag (!!) ein Taxi genommen. Viktoria hat das mal ausgerechnet, in den sechs Jahren hat er $26000 nur für Taxifahren ausgegeben. Dazu muss man sagen, dass man ca. 10 Minuten vom Haus zum Motel braucht, aber hat ja schon beim Schuhe anziehen geschwitzt, von daher ist es klar, dass er das Stück mit seinem Übergewicht nicht mehr laufen kann.

Auf der Arbeit war Craig dann ein ganz anderer Mensch. Erstens hat er die ganze Zeit gezittert, weil sein Körper nach Alkohol geschrien hat. Zweitens kam da seine cholerische Seite zum Ausdruck. Wenn er viel zu tun hatte, dann wurde er immer richtig laut, hat alle angebrüllt und wie ein Verrückter geflucht. Aus der Küche war meist nur ein Genuschel aus “Fuck. Fuckin bastards. I hate people” usw zu hören. Ich habe meistens darüber gelacht, weil man sich die Dinge von ihm einfach nicht zu Herzen nehmen darf. Und außerdem tat er mir immer ein wenig leid.

Um halb 9 wurde die Küche dann geschlossen, sodass Craig meist vor uns zu Hause war. Wenn man dann da ankam, saß er mit seinem Jogger auf der Couch und hat Pistazien gegessen. Das lustigste ist, dass er UGG Boots an hatte. Das waren wohl sowas wie seine Hausschuhe.

Den letzten Samstag ist er sogar noch in den Club nachgekommen und hat mit uns getrunken. Das fanden wir total cool, weil er sonst wirklich nur zum Arbeiten das Haus verlässt. Natürlich musste genau an dem Abend ein Bekannter von ihm da sein, mit dem er schon ewig Stress hat. Der kam dann von hinten angesprungen und wollte sich kloppen. Viktoria wollte den Typen aufhalten und sich erstmal nen schönen Kinnhaken eingefangen. Das war ein Abend. Aber Craig hat es locker genommen, er hat am nächsten Tag sofort die Polizei informiert und der Typ hat jetzt in ganz Cloncurry Pub-Verbot haha.

 

Die letzten beiden Nächte hatten wir dann das Glück, dass wir im Motelzimmer übernachten durften, weil unsere Nachfolgerinnen unsere Zimmer in dem Haus brauchten. Die Zimmer kosten übrigens $180 pro Nacht. Unglaublicher Preis für so ein Kaff. Wir haben es jedenfalls genossen und schneller als erwartet waren dann unsere drei Wochen im Outback um. Wir haben sehr gutes Geld verdient in der Zeit und können jetzt entspannt ohne Geldsorgen weiterreisen.

Auch nach dieser Erfahrung weiß ich, dass Schichtarbeit ganz und gar nichts für mich ist. Und 6 Tage am Stück arbeiten ist auf jeden Fall auch zu viel. Für die drei Wochen war es super, aber ein Leben lang könnte ich das nicht (Respekt an alle Krankenhaus-,Hotelleute usw.).

Am Samstagmorgen (nach wenig Schlaf, weil wir ja das Fußballspiel mitten in der Nacht sehen mussten) ging es dann los Richtung Darwin. Die nächste lange Tour durchs Outback.

Davon bald mehr. Tschüssi.

Cairns, 02.06.14 – 12.06.14

08Juli2014

Da wir die 600km nicht an einem Tag fahren wollten, haben wir in Ingham einen Zwischenstop eingelegt. Für den nächsten Tag hatten wir uns eigentlich vorgenommen, den Girringun Nationalpark mit den Wallaman Falls anzusehen, doch leider spielte das Wetter nicht mit. Es war nebelig und die ganze Zeit am regnen, sodass uns von einem Besuch abgeraten wurde. Also ging es dann doch schon morgens weiter Richtung Cairns, sodass wir gegen frühen Nachmittag bei schönstem Wetter in Mission Beach ankamen. Hier haben wir dann am Strand gelegen, weil es ansonsten in Mission Beach nicht wirklich etwas zu tun gibt. Nach zwei Stunden hat uns das schlechte Wetter dann leider wieder eingeholt und wir sind noch am selben Tag weiter nach Cairns gefahren.

 

Am nächsten Tag lagen wir bei 30 Grad an der Lagune, da auch Cairns keinen Strand hat, an dem man liegen kann. Man darf auch hier wegen der Quallen und Krokodile nicht schwimmen. Dafür gibt es aber eine richtig schöne Promenade, an der ich oft gejoggt bin. Die Lagune ist fast aus allen Nähten geplatzt, weil man bei diesen Temperaturen wirklich nichts anderes machen kann, als sich im Wasser aufzuhalten.

Cairns hat sich allgemein als sehr backpackerfreundliche Stadt herausgestellt: freie Parkplätze in Naehe der Innenstadt, warme öffentliche Duschen bei der Lagune, viele BBQs mit überdachten Tischen. Wir hatten in Cairns mal wieder unglaubliches Glück, dass unser Auto relativ unauffällig ist. Wir wurden morgens ein Mal von einem Ranger aufgeweckt und freundlich gebeten, wegzufahren, weil die Leute es nicht gerne sehen, wenn man im Auto schläft. Haben wir natürlich gemacht, keine Frage. Abends standen wir dann aber natürlich wieder an der gleichen Stelle und die nächsten Tage hatten wir keine Probleme mehr. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, wurden die Leute, die mit Vans unterwegs sind, jeden Morgen um 6 Uhr geweckt und weggeschickt. Wir wurden einfach übersehen. Danke Magnum haha

 

In den ersten Tagen haben wir David wiedergetroffen, der zur gleichen Zeit in Port Macquarie war wie wir. Er hat uns von Happy Travels, einer Jobagentur erzählt, die für ihn innerhalb von einem Tag einen super bezahlten Job gefunden hat. Da wir noch echt viel Zeit, aber nicht mehr sooo viel Geld über hatten, haben wir uns auch sofort bei dieser Agentur registriert. Man muss zwar $150 zahlen, aber erst, wenn ein Job gefunden wurde und man diesen auch angenommen hat. Also hieß es nun abwarten und hoffen.

 

Da Greg und Patrick (die beiden Kanadier von den Whitsundays) auch zur gleichen Zeit in Cairns waren, haben wir uns ein paar Abende getroffen und das Nachtleben erkundet. Falls ihr mal zufällig vorhaben solltet, in Cairns feiern zu gehen: lasst es einfach! Einen Abend haben wir draußen an der Promenade vorgetrunken und wurden nach einiger Zeit von einem Ranger weggeschickt, weil man in Cairns nicht draußen sitzen und trinken darf, oh man! Das hat uns aber nichts ausgemacht. Wir sind dann einfach in eine etwas abgelegenere Straße gegangen, haben da weitergetrunken und Aerosmith gesungen haha. Das Vortrinken war also wie immer das Lustigste an dem ganzen Abend.

 

Als es dann aber Richtung Club ging, hörte der Spaß auf. Zuerst waren wir im Gilligans, ein Hostel mit eigener Bar, in dem gerade ein “Kampf” stattfand, bei dem sich 2 Mädchen mit riesigen Schaumstoffkissen die Köpfe eingeschlagen haben. Weiter ging es ins Whoolshed, in dem wir mit dem Song “Black and Yellow” ganz herzlich empfangen wurden. Das einzig coole an dem Laden war die Terrasse, auf der man leider nicht rauchen durfte, was wir aber natürlich trotzdem gemacht haben. Leider haben wir es nur eine Stunde hier ausgehalten, sodass wir das Beste, den Wet T-Shirt Contest, verpasst haben. Schaaaade.

An einem anderen Tag haben wir bei den Kanadiern im Zimmer in Gilligans vorgetrunken. Das erste große Problem bestand darin, dass Alkohol im Hostel verboten war, was ich schon mal als Frechheit bezeichne. Zum Glück war das Zimmer im ersten Stock und hatte einen Balkon, sodass Greg unsere Flaschen einfach auf dem Balkon geschmissen hat, die von seinen Zimmergenossen aufgefangen wurden. Im Zimmer angegekommen zeigte Greg uns erstmal das “Roof of Shame”, das Vordach des Hostels, auf dem geschätzte 100 gebrauchte Kondome lagen, lecker. Wir sind mit unserem Auto als Schlafplatz echt zufrieden. Als alle anderen aus dem Zimmer feiern waren, hat Greg uns den Rucksack von einem Jungen gezeigt, der tatsächlich 11 Caps dort drin verstaut hat, die wir natürlich erstmal alle aufgesetzt haben.

Ein paar Tage später hatten wir dann schon das erste Jobangebot, welches wir aber leider nicht annehmen konnten, weil der Ort 1000km entfernt war und leider gar nicht auf unserer Route lag. Es wurde aber weiterhin für uns gesucht.

 

Das Wetter wurde die Woche immer schlechter. Es hat ständig geregnet, sodass wir uns ernsthaft einen Regenschirm kaufen mussten (omg), nachdem wir den halben Tag mit Plastiktüten auf dem Kopf rumgelaufen sind. Die ersten Tage hatten wir trotz schlechtem Wetter noch einiges zu tun, weil es ein großes Einkaufszentrum gab, in dem man ein paar Stunden verbringen konnten. Einen anderen Tag sind wir in den Wildlife Dome gegangen und haben ein paar Fotos mit einem mega süßem Koala schießen lassen. Die Tiere sind so flauschig und halten sich so richtig mit ihren Armen und Pfoten an einem fest, richtig niedlich.

Unterhalb des Zoos haben wir dann das Casino entdeckt und haben ein paar Dollar investiert. Und natuerlich alles verloren haha. Greg ist später auch noch einmal mit gekommen und hat natürlich $200 insgesamt gewonnen, obwohl er sowieso schon so mega viel Geld besitzt. Dafür haben wir aber die beste Entdeckung gemacht: es gab eine Kaffeemaschine, an der man sich umsonst bedienen durfte. Nach diesem Abend sind wir jeden Tag zum Casino marschiert und haben uns unsere heiße Schokolade gegönnt. Richtiger Insidertipp!

Einen anderen Tag waren wir im Kino und haben The Fault in our Stars geguckt, das Schicksal ist ein mieser Verräter. Wir haben natürlich, wie in Deutschland auch, ganz viel zu essen mit ins Kino rein geschmuggelt und uns gewundert, weil ganz viele Leute mit McDonalds Tüten neben uns saßen. Letztendlich haben wir herausgefunden, dass man in Australien alles mit ins Kino nehmen darf, was man will. Haben also alles richtig gemacht haha.

Ansonsten haben wir uns die  Zeit auf Märkten vertrieben. 7 Tage die Woche gibt es den Night Market, auf dem man von Essen über Schmuck bis hin zu Ganzkörpermassagen wirklich alles kaufen kann. Am Wochenende gibt es einen Markt mit frischem Obst und Gemüse, worüber wir uns am meisten gefreut haben, weil gesundes Essen in Australien sonst so super teuer ist. Da mussten wir auf den Märkten natürlich zuschlagen.

Nach und nach sind uns dann aber die Ideen ausgegangen und so sind wir trotz nicht ganz so schönem Wetter zum Daintree Rainforest gefahren, was sich auf alle Fälle gelohnt hat. Mit einer Auto-Fähre ging es ueber den Daintree River, in dem es von Krokodilen wimmelt. Danach konnte man die Cape Tribulation Road hochfahren, die komplett durch den Regenwald und zum Teil an der Küste entlang führt. Auf der Strecke gab es viele Aussichtspunkte und Wanderwege, die wir natürlich alle erkundet haben

Letztendlich kam man dann am Cape Tribulation an, einem Strand, von dem alle nur schwärmen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht war. Natürlich ist es ein schöner Strand, aber gerade in den letzten Monaten in Australien habe ich schon wesentlich schönere Ecken gesehen. Vielleicht lag es auch zum Teil daran, dass es so bewölkt, regnerisch und nebelig war.

Trotzdem war der Regenwald eine ziemlich tolle Erfahrung und endlich mal ein komplett anderer Naturabschnitt verglichen zu dem Rest der Ostküste.

 

Ziemlich am Ende der Zeit in Cairns habe ich dann noch etwas gemacht, was ich mir fest für meine Zeit in Australien vorgenommen hatte: Skydiving! Ich bin aus über 4000m aus einem Flugzeug gesprungen und es war das krasseste Gefühl, was ich bis jetzt erlebt habe. Diese Aufregung, wenn das Flugzeug startet, das Kribbeln im Bauch, wenn die 4000m erreicht sind und du dich so langsam darauf vorbereitest, dass du bald springst, der Schock, wenn du die erste Person springen siehst und sie innerhalb von einer Millisekunde nicht mehr zu sehen ist und dieser Adrenalinkick, wenn man endlich selber am Rand des Flugzeuges sitzt und auf den Sprung wartet, der dann innerhalb von Sekunden losgeht und man einfach nur noch schreien kann. 60 Sekunden freier Fall, in dem der Adrenalinschub nicht weniger wird. Man bekommt einen unglaublich großen Druck auf den Ohren und auch auf dem Bauch. Aber es fuehlt sich einfach nur gut an. Nach dem freien Fall  kommt dann der “entspannte” Teil, bei dem man die Brille absetzen darf und die Landschaft und das Gefühl des Fliegens genießen kann. Der Typ, der mit mir gesprungen ist, sagt nur “welcome to my office” und ich war echt neidisch auf seinen coolen Job. Ich durfte den Schirm sogar selber lenken, was richtig Spaß gemacht hat.

An unserem letzten Abend in Cairns, bis dahin wussten wir allerdings noch nicht, dass es der letzte sein wird, haben wir uns mit Mira getroffen, die Holländerin, die wir in Byron kennengelernt hatten. Sie hatte die letzten 2 Wochen im Rainforest gearbeitet, ist am nächsten Tag nach Neuseeland geflogen und so hat es perfekt gepasst, dass wir uns vorher noch mal sehen konnten. Wir saßen ewig lange in einem wirklich coolen Pub (mit Raucherbereich!) und haben Snake Bites getrunken (Cider, Bier und Himbeersirup), was erstaunlicherweise echt ein günstiges Getränk in Australien ist und hatten eine coole Zeit.

Am nächsten Tag haben wir dann nachmittags einen Anruf von der Jobagentur bekommen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich wir darüber waren. Wir haben dann einen Job in einem Motel zum Housekeeping und Kellnern mitten im Outback angeboten bekommen. $21 - $28 pro Stunde (abhängig von Tag und Uhrzeit), da konnten wir natürlich nicht mehr nein sagen. Wir mussten noch am selben Tag losfahren, wir haben uns nur noch die Zeit genommen, uns vorher noch schnell diesen köstlichen Crêpe zu gönnen. Essen geht halt einfach vor!

Dadurch, dass wir uns so unerwartet auf den Weg machen mussten und das Wetter vorher immer so unglaublich schlecht war, sind wir leider nicht mehr dazu gekommen, alle Nationalparks und Wasserfälle rund um Cairns zu erkunden. Zum Glück gibt es noch genug andere in Australien.

 

Alle Infos zum Job gibt's im nächsten Beitrag. Wir wollen ja die Spannung aufrecht erhalten.

 

See you soon

Agnes Water/Town of 1770, Airlie Beach & Whitsundays 25.05.14 - 01.06.14

10Juni2014

Nach den drei Wochen auf der Farm waren wir froh, mal wieder einfach am Strand zu liegen und zu entspannen. Deshalb ging es dann am Sonntag, nach unserem letzten riesigen Sunday Brekky bei der Familie, in das ca 1 1/2 Stunden entfernte Agnes Water. Agnes Water ist der letzte Ort auf unserer Strecke entlang der Ostküste, an dem es noch möglich ist, zu surfen. Also der nördlichste Surfstrand in Queensland. Das musste natürlich ausgenutzt werden. Am ersten Tag lagen wir allerdings wirklich nur an dem schönen Strand und haben die Sonne genossen, Musik gehört und gelesen. Bzw. Nanni hat gelesen, weil ich dabei immer einpenne zur Zeit haha. In Agnes Water war es sehr schwierig einen Platz zum Schlafen zu finden, weil überall Schilder hingen, dass schlafen im Auto verboten ist. Also sind wir die paar Kilometer weiter zum Town of 1770 weitergefahren, ein Dorf, das nach Cpt. James Cook benannt ist, der 1770  hier an Land ging. Hier hatten wir das Glück, den Sonnenuntergang anzugucken und an der Promenade entlang zu spazieren

Aber auch hier gab es keinen Platz zum Schlafen und deshalb haben wir dann die Nacht in Agnes Water in eine, Bushcamp geschlafen für $6 pro Person. Eine Rezeption gab es hier nicht, man konnte einfach sein Auto irgendwo parken (wir haben den letzten freien Platz bekommen) und am nächsten Tag haben dann die Ranger am Fenster geklopft und wir mussten bezahlen. Völlig verrückte Regelung. In dem Bushcamp gab es noch nicht mal Licht und nur eklige Toiletten, also echt nicht das Geld wert.

Am Montag haben wir uns dann morgens Surfbretter ausgeliehen und waren echt den ganzen Tag im Wasser. Die Wellen waren zwar nicht die Besten, aber zum Nachmittag hin wurde es besser und wir haben das Gefühl fürs Board auch wiedergefunden. In Bundaberg hatten wir uns eine Unterwasserkamera gekauft und haben beim Surfen ein paar witzige Fotos geschossen. Natürlich hat das alles nicht so gut geklappt, weil man immer genau vorm Foto ins Wassergefallen ist oder dann die Wellen zu klein waren usw. Anfänger Probleme halt. Als Nanni dann aus dem Wasser gegangen ist, kam eine super Welle und ich habe sie so gut bekommen wie noch keine vorher. War ja klar, dass es genau klappt, wenn keine Fotos mehr gemacht werden. Aber das war mir in dem Moment auch ziemlich egal, weil das einfach so ein tolles Gefühl war. Ich habe nur noch gegrinst und hatte mega Spaß im Wasser. Manchmal hatte ich ein bisschen Angst, weil wir in Bundaberg den Film Soul Surfer gesehen haben, bei dem ein Mädchen ihren Arm beim Surfen wegen eines Haiangriffs verliert. Da war mir manchmal ein bisschen mulmig zu Mute haha. Ich würde die Fotos ja super gerne hochladen, aber da ist leider eine Kleinigkeit zwischengekommen, über die ich gleich noch berichten werde.

Jedenfalls hatten wir zwei schöne Tage mit perfektem Wetter in diesen süßen Orten und sind am Montagabend weitergefahren, weil wir nicht noch eine Nacht in diesem Bushcamp verbringen wollten.

Gegen späten Abend haben wir dann in Yeppoon haltgemacht. Ein richtig trostloser Ort, den man wirklich nicht unbedingt sehen muss. Aber wir wollten ja auch nur hier pennen. Haben dann bei einem Lookout geschlafen und sind zumindest mit dieser schönen Aussicht aufgewacht:

Am Morgen ging es dann direkt weiter auf dem endlos langen Bruce Highway Richtung Norden. Auf dem Weg gibt es außer tausenden von Baustellen auch leider nicht wirklich viel zu sehen. Aber wegen unsere Musik und den drei Fragezeichen Hörspielen (wir sind schon bei Folge 70 haha) wird uns auf solchen Fahrten nie langweilig. Super ist auch, dass Nanni es liebt, lange Strecken zu fahren und ich gerne auch einfach auf dem Beifahrersitz hocke und die Beine austrecke. Den nächsten Stopp haben wir in Mackay eingelegt, ein kleiner Farmort, der aber zumindest eine schöne Lagune zum schwimmen mit freiem Eintritt hatte und ein paar coole Wanderwege, sodass ich gut joggen konnte. Abends war es allerdings ein bisschen gruselig, weil dort ganz viele Autos rumgefahren sind, in denen jeweils ein Mann saß. Wenn wir irgendwo gehalten haben, sind die Leute immer ganz schnell weggefahren und haben uns komisch angeguckt. Wir haben den Verdacht, dass Mackay eine Drogenhochburg ist und wir die Dealer in ihren Aktivitäten gestört haben haha. Also auch hier waren wir wieder froh, als es am nächsten Tag weiterging. Vorher waren wir natürlich noch in der Lagune schwimmen. In der Umkleide hat uns dann ein deutsches Mädchen den Tag versüßt, weil sie mit ihrer Freundin geskyped und über ihre Australien Erfahrungen und Pläne geredet hat. Ich habe noch nie so ein lustiges Gespräch mit angehört. Ihr Plan war nämlich, demnächst nach "Cääääääääärns" zu fahren. Deutscher konnte man es nicht aussprechen. Schon als sie es das erste mal gesagt hat, ist mir fast meine Zahnbürste vor Lachen aus dem Mund gefallen, als sie es dann noch während des Gesprächs 10 mal wiederholt hat, konnten wir einfach nicht mehr. Das Highlight war dann, als sie vom "Ululuru", "so nem heiligen Berg" gesprochen hat. Ich habe dann den Raum verlassen, weil ich mich nicht mehr beherrschen konnte hahah.

Mit bester Laune ging es dann auf einer hauptsächlich unbepflasterten Straße zum Cape Hillsborough Nataional Park, in dem wir den halben Tag verbrachten und einen wunderschönen Strand entdeckten, den wir wiedermal fast ganz für uns allein hatten. Hier haben wir zum ersten Mal Fotos im Springen ausprobiert und hatten super viel Spaß dabei, weil so etwas ja nie auf Anhieb funktioniert.

Gegen späten Nachmittag am Mittwoch haben wir Airlie Beach erreicht und zunächst musste natürlich wieder ein Schlafplatz gefunden werden, was sich aber als unmöglich erwiesen hat. Haben mit ein paar Leuten gesprochen und alle hatten schon eine Strafe von $220 bekommen, weil sie im Auto gepennt haben. Das Risiko wollten wir dann lieber nicht eingehen und zum Glück haben wir gesehen, dass man beim XBase Hostel drei Nächte umsonst auf dem Campingplatz stehen darf, wenn man bei ihnen eine Tour bucht. Da wir ja eh auf die Whitsunday Islands wollten, haben wir unsere 2 Tage-1 Nacht Tour dort gebucht. Auf dem Campingplatz haben wir dann 3 Kanadierinnen getroffen, die schon in Agnes Water ihr Auto neben unserem am Strand geparkt hatten. So hatten wir dann gleich ein paar Leute, mit denen wir abends zusammen sitzen und trinken konnten. Waren dann eine relativ große Gruppe mit noch ein paar anderen Leuten und sind nach dem vortrinken dann in verschiedene Bars gegangen. Das coole an Airlie Beach ist, dass sich, wie in Byron Bay, alle Bars und Kneipen in eine Straße aneinander reihen und meistens freier Eintritt ist. In einer Bar war die ganze Nacht super gute Live Musik und wir haben viel getanzt und gefeiert.

Wir waren so froh, dass am nächsten Tag das Wetter so gut war, sodass wir uns einfach an die Lagune legen und in der Sonne braten konnten. Auch hier gibt es "nur" eine Lagune zum Schwimmen, da im Wasser die giftigen Würfelquallen vorkommen, die man lieber nicht berühren möchte.

Am nächsten Morgen mussten wir dann um 8 Uhr am Anleger sein, um unsere Tour starten zu können. Leider war das Wetter nicht wirklich perfekt für eine Segelboot- und Inseltour, aber dafür haben wir von Anfang an gemerkt, dass wir eine super Truppe erwischt hatten. Wir waren 15 Leute auf dem Segelboot "Hammer", auf dem normalerweise bis zu 22 Leute Platz finden. Wir durften auch beim Segeln mithelfen, was ich ziemlich cool fand. Nein ein paar Minuten auf dem Boot hat es natürlich, wie sollte es auch anders sein, angefangen mega zu schütten. Wir hatten dann alle riesige gelbe Anoraks an und saßen draußen auf dem Boot. Unter Deck konnte man nicht gehen, weil der Wellengang so stark war, dass einem direkt schlecht geworden ist. Trotzdem haben wir uns gut mit den Leuten unterhalten. Wir waren übrigens die einzig Deutschen auf dem Boot und konnten unser Glück kaum fassen. Ansonsten waren da 2 Kanadier, 5 Engländer, 3 Franzosen und 3 Italiener. Um halb 12 hatten wir dann die erste Insel erreicht und genau zu dem Zeitpunkt hörte es zum Glück auf zu regnen. So konnten wir den berühmten Whitehaven Beach sogar mit etwas Sonne genießen und ein paar Stunden lang die traumhafte Aussicht genießen.

Besonders gut haben wir uns mit den Greg und Patrick verstanden, zwei Jungs aus Kanada. Patricks Eltern sind Asiaten und er hat so suuuuper viele Selfies von sich gemacht, genau wie man sich das halt vorstellt haha. Leider kann ich diese Bilder nicht hochladen, weil seine Kamera beim Tauchen kaputt gegangen ist und er deshalb alle Bilder verloren hat.

Später gings dann wieder aufs Boot und wir sind noch ein paar Stunden gesegelt, ab jetzt glücklicherweise immer ohne Regen. Abends haben wir dann vor einer Insel Halt gemacht und konnten den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten.

Nach einem super Dinner haben wir dann eine coole Entdeckung gemacht. Um unser Boot schwammen geschätzte 20 Haie. Eher kleine, aber trotzdem, so etwas habe ich noch nicht gesehen. Selbst die Leute von der Crew waren fasziniert, weil sie solche Touren jeden zweiten Tag machen und Haie dabei nur sehr selten sehen. Megan hat ihre GoPro ins Wasser gehalten und ein richtig cooles Video von den Haien gemacht. Das müsst ihr unbedingt sehen, wenn ich wieder da bin. Auf meinen Fotos kann man leider nicht allzu viel erkennen, aber ich lade sie mal trotzdem hoch.

Später haben wir dann in großer Runde Trinkspiele gespielt und hatten so viel Spass. Irgendwie lieben hier alle das Spiel "Never have I ever", wobei wirklich alle ihre geheimsten Geschichten wildfremden Menschen erzählen. Nanni und ich halten uns dabei eher im Hintergrund und lachen über die Geschichten der anderen haha.

Am nächsten Tag haben wir dann alle unsere stinger suits angezogen, die zu 99% gegen das Gift der Quallen wirken sollen. Ich habe nicht ganz verstanden, wie das gehen soll, wenn Hände, Füße und Gesicht frei sind! Einer von der Crew hat mir dann Brot in die Hand gedrückt und mich damit und mit der Unterwasserkamera ins Wasser geschmissen. Das Brot hat unglaublich große Fische angelockt, die echt eklig aussahen und direkt neben mit geschwommen sind. Aus der Luft wurde ich dann noch halbwegs von Moewen angegriffen, die auch das Brot haben wollten. Ich habe nur geschrien, aber ein paar witzige Fotos geschossen, weil die Fische ständig versucht haben, in die Kamera zu beißen.

Danach ging es dann schnorcheln und das Great Barrier Reef angucken. Ich bin vom Boot aus ins Wasser gesprungen und wollte gerade ein paar Fotos von dieser unglaublichen Unterwasserwelt schießen, da hing an meinem Arm leider nur noch die wasserdichte Hülle. Die Kamera liegt jetzt in den Korallen. Vielleicht wird sie ja irgendwann mal von Tauchern gefunden und gelangen durch irgendwelche Zufälle in unsere Hände, dann zeig ich sie euch gerne. Sprich, wir haben jetzt wirklich gar keine unter Wasser, aber ich habe schon ein paar Leute beauftragt mir ihre zu senden. Werde die dann nachträglich hier hochladen. Das Wichtigste war eh, das Great Barrier Reef mal gesehen zu haben. So etwas kann man eh nicht auf Fotos festhalten. So viele Farben und Lebewesen auf einem Fleck. Wir waren umzingelt von Fischen und ich fands richtig toll.

Nach einiger Zeit haben wir einen anderen Schnorchelplatz angefahren und ich habe zum ersten Mal freilebende Schildkröten gesehen, wooooooow. Diese Tiere sind unglaublich schön. Total cool anzusehen, wie sie sich bewegen. Wir haben bestimmt über 10 Schildkröten gesehen und haben viele Fotos geschossen mit Patricks Kamera. Ich hatte ein Foto mit einer Schildkröte zusammen, ich war so froh. Wie ich vorhin ja schon gesagt habe, ist Patricks Kamera leider beim Tauchen kaputt gegangen, sodass ich auch diese Fotos nicht mehr habe, was mich wirklich ärgert. Aber man muss ja froh sein, dass man mal die Chance hatte diese Tiere in freier Natur zu sehen. Danach lagen wir dann noch bei richtig schönem Wetter an einem Strand und Nanni hat wunderschöne Muscheln gesammelt. Die darf man aber  nicht mitnehmen, deshalb haben wir das natürlich auch nicht gemacht (haha).

Nach dieser Erfahrung haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht (ich füge mal ein Bild von der Route ein, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt) und waren gegen späten Nachmittag zurück in Airlie Beach, wo wir dann abends unsere After Party hatten. Sassen mit den coolen Leuten der Truppe in einer Bar, haben getrunken, gequatscht und Billard gespielt und hatten einen wirklich tollen Abend.

 

Am nächsten Tag sind wir dann noch, bis wir beim Campingplatz auschecken mussten, in der Stadt rumgelaufen, haben die Geschäfte erkundet und sind danach losgefahren.

Der nächste große Stop ist Cairns. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Bundaberg, 03.05.14 - 25.05.14

03Juni2014

Ok, der Plan, nicht ganz so weit von Brisbane einen Job zu finden, hat nicht ganz soooo gut geklappt. Wir haben es zuerst in ein paar Örtchen versucht, die ca eine Stunde entfernt von Brisbane lagen. Zuerst waren wir in Boonah. Hier war einfach nichts, nichtmal wirklich eine Farm oder etwas in der Art. Deswegen haben wir uns sofort entschieden, weiter zu fahren. Die nächste Station war dann Gayndah, wo wir aber erst spät abends ankamen und somit nicht mehr wirklich etwas erkunden konnten. Auf der Suche nach einem Schlafplatz, haben wir ein richtig backpackerfreundliches Schild gesehen: Overnight  Stay Only. Danke, was will man mehr.

Als wir am nächsten Morgen aufgewacht sind, mussten wir mega lachen, weil alles um uns herum voll von Orangenbäumen war, die wir, als wir ankamen, im Dunkeln natürlich nicht gesehen haben. Und direkt hinter uns war eine riesige Farm. Das musste doch ein Zeichen sein. Aber nein, 1. suchte die Dame leider nur Jungs und 2. “experienced citrus pickers”. Da hatten wir natürlich keine Chance mit unserer Apple Picking Erfahrung. Ist ja auch total was anderes haha.

Na gut, weiter ging die Suche. Zumindest gab es hier sehr viele Farmen, die echt relative einfach zu finden waren. Man muss bei Google Maps einfach nur gucken, wo keine richtigen Straßen mehr eingezeichnet sind und es einfach nach nichts aussieht. Da ist man dann genau richtig haha. Der Weg führte uns dann nach Munduberra, ein weiteres Kaff mit einem überteuerten Supermarkt und sonst wirklich nichts. Aber zumindest haben wir hier eine Nummer von einem Farmtypen, Basu, bekommen, der anscheinend noch nach Leuten sucht. Wir haben ihn ungefähr drei Mal angerufen und wurden immer in gebrochenem Englisch auf später vertröstet. Außerdem hat er immer gefragt, ob wir Italienerinnen sind und Nanni hat dann einfach ja gesagt haha. Wenn damit die Chancen besser sind. Wir sind uns ziemlich sicher, dass Basu der Bruder von Mustafa aus Shepparton ist und er in Queensland die Schwarzarbeit macht, genau wie Mustafa in New South Wales. Ein weiterer Erfolg war dann, dass eine Frau in einem Packing Shed unsere Nummern aufgeschrieben hat und meinte, dass sie eventuell jemanden braucht. Die Nacht haben wir bei einem Platz gepennt, der voll von Franzosen war, die dann am nächsten Morgen zur Arbeit gefahren sind. Wir haben dann nochmal bei Basu angerufen, aber der hat wieder nur gesagt, wir sollen später anrufen und dann hatten wir echt keinen Bock mehr weiter in diesem Kaff abzuhängen. Wir sind dann wieder weiter eine Straße hoch, um nach Farmen zu suchen und plötzlich waren wir nur noch ein paar Kilometer von Bundaberg entfernt. Sind dann natürlich auch noch dahin gefahren. Zum Glück ist Bundaberg eine etwas größere Stadt, in der wir uns vorstellen könnten, länger zu bleiben, während man arbeitet. Doch auch hier war die Enttaeuschung gross, weil alle Farmen, die wir angefahren haben, mit Working Hostels zusammen arbeiten. Das heißt, dass man im Hostel schlafen muss und wenn man Glück hat, bekommt man dann einen Job. Sowas wollen wir eigentlich nicht unterstützen, weil es totale Abzocke ist, aber was bleibt einem übrig. Eine Familie hatte uns dann das East Bundy Backpackers empfohlen. Wir hatten schon die Adresse ins Navi eingegeben, als wir an einer Farm vorbeigefahren sind und es noch ein letztes Mal probieren wollten. Und tadaaaa, wir hatten Glück. Aber sowas von Glück. Sind auf einer Familienfarm gelandet und durften direkt bleiben. Hatten unser eigenes kleines Poolhaus, die "Granny Flat", mit eigener Küche, Bad, Wohnzimmer und einem schönen großen Doppelbett.

 

Durften also umsonst hier schlafen, haben jeden Tag drei Mahlzeiten bekommen und sogar jeder noch $50 pro Tag. Es war geplant, dass wir von Dienstag bis Samstag hier arbeiten. Wir haben uns total gefreut und kurz nachdem wir ankamen, gab es dann auch schon Tea, das australische Wort für Dinner (wir waren erst ein wenig verwirrt, als es dann Spaghetti Bolognese gab, als wir mit Tee gerechnet haben. Und warum man abends um 19 Uhr überhaupt Tee trinken sollte haha). Wir haben dann erstmal ein wenig mit der Familie gequatscht. Das waren David und Leanne, die beiden Eltern, Amy und Tim (Zwillinge, 24 Jahre alt) und Louis, Nixon und Missy (drei Hunde). Den Namen von der Katze habe ich leider vergessen und die 20 Hühner und Kühe hatten glaube ich keine. Ein Pferd gab es auch noch, das gerne mit Lakritz gefüttert wird. Also wirklich eine super liebe Familie, die uns in unserem Poolhaus erstmal den Kühlschrank mit allem gefüllt haben, was man sich nur wünschen kann.

 

(das hellblonde Mädchen auf den Fotos ist Jena, Tims Freundin)

Abends saßen eigentlich immer alle zusammen im Wohnzimmer und haben Fernsehen geguckt. SO kamen wir auch endlich mal dazu, ein wenig die Nachrichten zu verfolgen. Und wir haben direkt eine super coole Sendung geguckt: House Rules. Dabei renovieren 6 Pärchen die Häuser der jeweils anderen. Super cool. Das wurde zu einer richtigen Tradition. Genauso wie die abendliche heiße Schokolade. Wir haben es uns abends also immer richtig gut gehen lassen. Hier ein paar Bilder von dem Haus:

 

Jetzt zur Arbeit. Die Familie hat eine riesige Macadamiafarm und ein paar Zitronenbäume. Das ist allerdings nur ein "Hobby". Also alle haben einen anderen Job. Amy ist Friseurin, Leanne Krankenschwester und David hat eine eigene Betonier Firma, in der Tim auch arbeitet.

Wir mussten zuerst die Macadamias sortieren, also die verbrannten und die mit Löchern heraussuchen und diese in den Müll schmeißen. Das hat ewig gedauert, weil wir 2 Bins, mit jeweils 300 KG Nüssen vor uns hatten. Aber es war echt eine super entspannte Arbeit. Wir haben dabei Musik gehört und durften so viele Macadamias essen, wie wir wollten. Außerdem war es ein reines Paradies im Vergleich zu Shepparton, weil einem mal nicht jede Sekunde über die Schulter geguckt wurde und wir Pause machen konnten, wann wir wollten. Jeden Mittag hat Leanne dann irgendwas zum Mittagessen für uns mit nach Hause gebracht.

Als wir mit dem Sortieren fertig waren, hat auch schon eine andere Arbeit auf uns gewartet. Jetzt durften wir mit einem Quad rumfahren, was ich vorher noch nie gemacht habe. Das Quad hatte hinten einen 100l Kanister, in dem wir die Pestizide zusammenmischen mussten. Einer ist dann gefahren und der andere ist hinterhergelaufen und hat das Unkraut unter den Macadamiabaeumen besprüht. Auch das war eine relativ entspannte Arbeit aber irgendwie hatte man abends trotzdem immer Muskelkater. Unsere Körper sind glaube ich einfach nicht an diese körperliche Arbeit gewöhnt. Und genau deswegen finde ich es so cool, dass wir hier mal so eine Arbeit ausprobieren. Es ist wirklich eine tolle Erfahrung aber ich bin trotzdem froh, dass ich so etwas nicht mein Leben lang machen muss.

Einen Abend hat Tim uns die Stadt gezeigt und hat uns auch zum Hummock Lookout mitgenommen. Hier konnten wir einen fantastischen Sonnenuntergang sehen. Diese Farben und dann noch die Palmen dazu, ein Traum!

 

Achja und vorher haben wir noch unsere Bullriding Skills erweitert:

Am Freitag haben David und Leanne uns gesagt, dass wir gerne noch länger bleiben können, weil es noch mehr für uns zu tun gibt und sie uns gerne bei sich haben. Das hat uns total gefreut und wir haben dieses Angebot natürlich dankend angenommen. Ich glaube, man hat nicht so oft die  Chance im Leben, mal den Alltag einer australischen Familie mitzubekommen. Trotzdem haben wir uns im Working Hostel auf die Warteliste setzen lassen, weil wohl demnächst das Packing für Erdbeeren starten soll und es cool wäre, noch ein bisschen mehr Geld zu verdienen. Mal gucken, wie das klappt.

Es ist wirklich toll, wie gut die Familie uns vertraut hat, weil wir am Freitagabend komplett alleine im Haus waren, weil alle auf einem Geburtstag waren. Natürlich hat Leanne vorher für uns eingekauft, sodass wir uns selber abends etwas kochen konnten. Wir haben wirklich versucht, sie zu überzeugen, dass wir auch selber einkaufen gehen können, aber das kam nicht in Frage. Einfach zu nett diese Menschen!

Am Freitagabend waren wir dann auch mit Tim und ein paar seiner Leute "feiern", wenn man es so nennen kann haha. Wir waren erst bei einem Kumpel vortrinken, was ziemlich lustig war, weil alle es so schwer finden unsere Namen auszusprechen. Es wurden immer Gesichtsverrenkungen gemacht, aber Sinja und Nanke sind einfach zu schwer. Deshalb wurde dann beschlossen, dass wir Fred und Joe sind, warum auch immer haha. Das aller lustigste daran ist, dass Leanne und David sich unsere Namen am Anfang auch nicht merken konnten und uns Sally und Molly genannt haben hahaha. So richtige Kuhnamen.

Danach sind wir dann ins Central Hotel, was von Tim und seinen Leuten als "der Beste Club in Bundaberg" bezeichnet wurde. Es war schrecklich, wirklich. Die Musik war grauenhaft und die Leute völlig verrückt. Die meisten haben sich so bewegt, dass man nicht wirklich wusste, ob sie nun tanzen oder gerade einen epileptischen Anfall haben. Zwei Leute hatten so halbwegs Sex auf der Tanzfläche. Wir haben uns totgelacht, aber noch einmal möchte ich da wirklich nicht hin. Die meisten Leute in dem Club waren Asiaten, die ja alle in Bundaberg arbeiten. Aber es war eine lustige Erfahrung und ich bin froh, dass es tatsächlich noch schlimmere Clubs gibt, als das Fun in Wilhelmshaven.

Zwischendurch hat die ganze Familie auch mal Essen bestellt, anstatt zu kochen. Ein Gericht hat dann so um die $30 gekostet und das war anscheinend super günstig. So einen Luxus kriegen wir hier glaube ich nicht nochmal. Leanne konnte übrigens super kochen. Jeden Tag gab es etwas anderes. Mein Favorit war der Cottage Pie, ein traditionelles Gericht aus England, was ich vorher noch nie gegessen habe. Ist quasi ein Auflauf mit Hackfleisch, Gemüse und Kartoffelpüree, den ich unbedingt in Deutschland kochen möchte.

Am Sonntag war dann Muttertag und nach einem großen Sonntagsfrühstück mit allem, was das Herz begehrt, sind wir mit Amy an den Strand gefahren und sie hat uns die Rum Destillerie gezeigt. Bundaberg ist bekannt für seinen Rum. Wir sind dann durch die Ausstellung gelaufen, in der man sich über die Geschichte informieren konnte und am Ende kam dann das Beste, weil man verschiedene Rumsorten probieren konnte. Das war richtig gut, zum Glück gab es auch ein paar Mixgetränke zum Probieren, weil purer Rum echt nicht so gut schmeckt.

Am Nachmittag kam dann die ganze Familie rum, also die Eltern von Leanne und ihrer Schwester mit ihrem Mann und Sohn. Wir hatten dann abends ein riesen großes Dinner mit Roast Beef und vielen leckeren Beilagen. Als Nachtisch gab es dann 3 verschiedene Kuchen und den leckersten Schokopudding, den ich jemals gegessen habe.

Die nächste Woche haben wir dann weiter gearbeitet. Mussten weitermachen mit den Pestiziden, da die Farm etwas grösser war, als wir zunächst gedacht haben. Auf dem Hinterhof gab es noch weitere 55 Reihen von Macadamias und noch etliche Zitronenbäume. Wir hatten also echt gut zu tun. Abends saßen wir immer mit der Familie zusammen. Die Eltern haben sich übrigens jeden Abend ihren Wodka gegönnt. Es gab einen riesen Schrank voll mit Alkohol und manchmal haben wir uns richtig gute Cocktails gemixt. Die Familie hatte übrigens zwei riesige Kühlschränke und eine Vorratskammer, in der es alles nur in Übergrößen gab. Kam mir sehr amerikanisch vor und wir haben es total genossen.

Die Hunde haben uns übrigens geliebt. Wir konnten nirgendwo hingehen, ohne dass sie uns gefolgt sind. Jeden Morgen, wenn wir aus unserem Haus kamen, rannten sie auf uns zu und wollten mit uns spielen. Super süß. Auch abends haben sie sich ganz oft zu uns gelegt und wollten mit uns auf der Couch kuscheln anstatt mit dem Rest der Familie haha. Die Hunde haben immer die Reste vom Abendessen bekommen, zusätzlich zu ihrem Futter und waren deswegen entsprechend dick haha. Die Katze war auch richtig dreist und saß immer auf der Arbeitsfläche. Einmal haben wir nicht aufgepasst und sofort war das Essen angeknabbert. Katzen gehören echt nicht in die Küche!

Ansonsten haben wir mal am Pool gechillt und es uns gut gehen lassen, sind zum Strand gefahren oder waren in der Stadt unterwegs. Manche Tage mussten wir von 9-17 Uhr arbeiten und an manchen nur 1 1\2 Stunden, immer davon abhängig, wie viel zu tun war.

In der letzten Woche mussten wir manchmal echt blöde Arbeiten erledigen, weil es nichts anderes mehr zu tun gab. Das eine mal mussten wir die Sprinkler der Bewässrungsanlage mit Stäben am Boden fixieren. Leider war der Boden steinhart und nach 2 Stunden waren unsere Hände rot, geschwollen und am Zittern. Nach solchen Tagen waren wir dann immer froh über den großen Alkoholvorrat haha. Das allerschlimmste war aber als wir eine alte Bewässrungsanlage entfernen mussten. Die Schläuche waren allerdings komplett verwachsen unter der Erde und es war so schwer die herauszuziehen. Obwohl wir uns mit unserem ganzen Gewicht hineingelegt haben, hat sich manchmal nichts gerührt. Dazu hat es noch geregnet und das Gras zwischen den Bäumen war so hoch, dass wir voll von solchen piksenden Pflanzen, Bindies, waren. Die tun echt richtig weh. Einmal als ich einen Schlauch durchgeschnitten habe, sind mir hunderte von Ameisen über meine Hand gekrabbelt und das war dann auch der Punkt, an dem wir nicht mehr konnten. Zum Glück durften wir aufhören und haben stattdessen Leanne im Haus geholfen, was wir übrigens immer zwischendurch mal gemacht haben.

Kurz bevor wir gefahren sind, war unser Reifen am Auto platt. Zum Glück hat David uns geholfen und den Ersatzreifen draufgezogen, sodass wir zur Werkstatt fahren konnten. Da wurde der Reifen repariert und jetzt ist das Auto wieder bereit für die nächsten paar Tausend Kilometer. David hat dann auch noch unser Öl, Kühlwasser und die Bremsen gecheckt und zum Glück ist alles in Ordnung.

Insgesamt waren wir fast 3 Wochen auf dieser Farm und wir haben die Zeit wirklich genossen. Aus dem Workinghostel wurde natürlich nichts. Wir stehen noch immer auf der Warteliste und haben noch nichts gehört. Einfach scheiße sowas. Aber wir hatten jetzt 3 Wochen wirklich gar keine Kosten und haben gutes Geld verdient, mit dem wir jetzt erst einmal weiterreisen können. Leanne und David meinten, dass wir quasi mit zur Familie gehören und sie immer anrufen können, wenn wir ein Problem haben und auch gerne wieder zurückkommen können, falls wir keine günstigen Hostels in der nächsten Stadt finden. Sie sind nämlich ganz besorgt und wollen nicht, dass wir weiter im Auto schlafen. Aber so schlimm wie alle denken, ist das gar nicht. Ich finds sogar echt gemütlich und ich freue mich auf alle Orte, die wir auf unserer Reise noch sehen werden.

Bis bald!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.